Macquarie hält Outperform für MKIF: Neue Schuldenregel stärkt Investitionskapazität
Regulatorische Änderungen erlauben MKIF künftig eine Verschuldung von bis zu 100% des Eigenkapitals – ein massiver Spielraum für neue Investitionen.

Macquarie bestätigt sein „Outperform"-Rating für den südkoreanischen Infrastrukturfonds MKIF (KRX: 088980). Ausschlaggebend sind laut einem am Dienstag veröffentlichten Analysebericht jüngste Änderungen der südkoreanischen Infrastrukturvorschriften, die die Bilanzkapazität des Unternehmens für künftige Investitionen erheblich erweitern. Gleichzeitig senkte Macquarie jedoch sein Kursziel leicht um 4% auf 14.000 Won.
Das Verkehrsaufkommen auf den mautpflichtigen Straßen von MKIF legte im ersten Quartal 2026 im Jahresvergleich um 2% zu. Einschränkend wirkte dabei der Incheon International Airport Expressway, der nach der Eröffnung von Konkurrenzstrecken einen Rückgang beim Verkehrsaufkommen verzeichnete. MKIF führt derzeit Gespräche mit den zuständigen Behörden über mögliche Entschädigungen für diese Verkehrsumleitung – auf Basis der Bedingungen bestehender Konzessionsvereinbarungen.
Hafengeschäft belastet Ergebnis
Weniger erfreulich entwickelte sich das Frachtvolumen am Busan New Container Terminal. Im ersten Quartal 2026 sank es im Jahresvergleich um 4%, was Macquarie auf geopolitische Unsicherheiten zurückführt. Das Terminal belastet bereits seit 2024 die Dividendenbeiträge des Fonds. Infolge dieser schwächeren Hafenperformance senkte Macquarie seine Schätzungen für den Gewinn je Aktie für 2026 um 6% und für 2027 um 7%.
Positiver sieht es im Bereich Rechenzentren aus: Für das Rechenzentrum Hanam wurden Mietverträge für 99% der angestrebten IT-Lastkapazität gesichert. Der vollständige Hochlauf des Rechenzentrums wird bis 2027 erwartet, was mittelfristig einen stabilen Ergebnisbeitrag verspricht.
Regulatorische Änderung als Gamechanger
Die wohl bedeutendste Entwicklung für MKIF ist eine Gesetzesänderung beim südkoreanischen Gesetz über öffentlich-private Partnerschaften in der Infrastruktur. Börsennotierte Infrastrukturfonds dürfen ihre Verschuldung auf Fondsebene künftig auf bis zu 100% des Eigenkapitals erhöhen – bislang lag die Obergrenze bei lediglich 30%. Für MKIF ergibt sich daraus eine potenzielle Verschuldungskapazität von 3,3 Billionen Won.
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Zur AktienanalyseDiese regulatorische Neuerung hat weitreichende strategische Konsequenzen: MKIF kann zusätzliche Investitionen künftig eher über Fremdkapital finanzieren, anstatt neue Aktien auszugeben. Das schont bestehende Aktionäre vor einer Verwässerung ihrer Anteile und erhöht die Flexibilität bei der Portfolioerweiterung erheblich.
Zu beachten ist allerdings, dass sich bei mehreren Vermögenswerten im Portfolio die Konzessionsdauer in den nächsten drei bis vier Jahren dem Ende nähert. Dies könnte mittelfristig Auswirkungen auf die Ertragslage haben. Macquarie wendet zur Bewertung von MKIF die Dividend-Discount-Modell-Methodik an und setzt das Kursziel trotz der EPS-Senkungen nur moderat auf 14.000 Won zurück – ein Zeichen, dass die regulatorischen Verbesserungen die operativen Belastungen weitgehend ausgleichen.


