Machtkampf zwischen Trump und Musk eskaliert online
Regierungspläne, Börsenbeben und Raumfahrt-Streit verschärfen den politischen Konflikt

Zwischen US-Präsident Donald Trump und Tesla-Chef Elon Musk ist ein offener Konflikt ausgebrochen, der sich in den sozialen Medien und vor laufenden Kameras abspielt. Musk forderte auf seiner Plattform X die Amtsenthebung Trumps zugunsten von Vizepräsident JD Vance. Noch vor wenigen Wochen galt Musk als einer der wichtigsten Berater des Präsidenten. Trump reagierte mit der Drohung, staatliche Aufträge an Musks Raumfahrtunternehmen SpaceX zu streichen. Daraufhin kündigte Musk die Stilllegung der Raumkapsel Dragon an, die bislang auch für Flüge zur ISS eingesetzt wird.
Der Auslöser der Auseinandersetzung ist ein von der Regierung geplantes Steuer- und Ausgabengesetz, das unter anderem die Abschaffung von Steuergutschriften für Elektrofahrzeuge vorsieht. Musk hatte das Vorhaben scharf kritisiert und als „ekelhafte Abscheulichkeit“ bezeichnet. Trump warf ihm vor, nur aus Eigeninteresse zu handeln. Der Gesetzentwurf wurde im Repräsentantenhaus bereits mit knapper Mehrheit verabschiedet und liegt nun dem Senat vor. Er ist ein zentrales Element von Trumps politischer Agenda, würde jedoch die Staatsverschuldung erheblich erhöhen.
Noch wenige Tage zuvor hatte Trump Musk bei einer Zeremonie gelobt und dessen Rolle als Leiter der Kostensenkungsbehörde hervorgehoben. Musk habe dort Tausende Stellen abgebaut und milliardenschwere Regierungsverträge akquiriert. In einem Statement im Weißen Haus zeigte sich Trump nun enttäuscht über die jüngsten Äußerungen Musks und kündigte an, mit weiteren Angriffen zu rechnen. Tatsächlich verschärfte Musk im weiteren Verlauf seine Kritik.
Die Auseinandersetzung hatte unmittelbare Auswirkungen auf die Finanzmärkte. Die Tesla-Aktie brach um 14 Prozent ein, was einem Verlust von rund 150 Milliarden Dollar an Börsenwert entspricht. Der Dow-Jones-Index verlor 0,2 Prozent, der Nasdaq gab 0,8 Prozent nach und der S&P 500 büßte 0,5 Prozent ein. Zugleich hoffen Anleger auf eine Entspannung im Zollkonflikt mit China nach einem Telefonat zwischen Trump und Xi Jinping. Börsianer erwarten in den kommenden Tagen neue Daten zum US-Arbeitsmarkt. Die Aussicht auf schwächere Arbeitsmarktdaten könnte die Hoffnung auf Zinssenkungen durch die US-Notenbank stärken.
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Zur AktienanalyseEinzelne Unternehmen gerieten ebenfalls unter Druck. Die Aktien des Jack-Daniel’s-Produzenten Brown-Forman verloren nach einer pessimistischen Prognose mehr als 17 Prozent. Der Modekonzern PVH büßte rund 18 Prozent ein. Procter & Gamble verzeichnete ein Minus von knapp zwei Prozent. Zulegen konnten hingegen die Aktien der Bergbaukonzerne Freeport-McMoRan und Southern Copper.

