Machtkampf um Renk-Anteile spitzt sich zu
Milliardenschwere Interessen und eine fehlende Genehmigung belasten das Verhältnis zwischen KNDS und Triton

Beim Getriebehersteller Renk ist ein heftiger Streit unter den Hauptaktionären entbrannt. Der deutsch-französische Panzerbauer KNDS hatte im Februar 2024 zunächst 6,7 Prozent der Renk-Anteile übernommen und plante, sich darüber hinaus ein größeres Paket zu sichern. Als eine Art Ankerinvestor hatte KNDS sich darauf verlassen, dass der bisherige Haupteigentümer Triton Partners weitere rund 18 Prozent abgeben würde. Inzwischen ist daraus ein erbitterter Rechtsstreit geworden, bei dem es nicht nur um eine juristische Formulierung geht, sondern um hohe Summen und strategische Kontrolle.
KNDS war davon ausgegangen, dass der günstige Zeitpunkt für den Einstieg genutzt werden könne. Die Renk-Aktie war nach einem Hoch im Zuge des Börsengangs stark gefallen, sodass KNDS mit einer Beteiligung von rund 25 Prozent eine Sperrminorität erhalten hätte. Diese hätte dem Unternehmen weitreichenden Einfluss auf Entscheidungen ermöglicht – ein erheblicher Vorteil angesichts der Bedeutung von Renks Getrieben für militärische Fahrzeuge. Ein Einstieg erschien auch deswegen attraktiv, weil durch gestiegene Verteidigungsausgaben in Europa mit einer Wertsteigerung der Aktie gerechnet wurde.
Tatsächlich aber scheiterte KNDS an einer Klausel im Optionsvertrag. Triton machte geltend, dass für die Transaktion eine Genehmigung der italienischen Wettbewerbsbehörde notwendig sei. KNDS hatte diese nicht rechtzeitig eingeholt. Während KNDS die Notwendigkeit dieser Genehmigung infrage stellt, argumentiert Triton mit der starken Marktstellung von Renk in Europa. Das Landgericht Frankfurt teilte die Sicht von Triton und wies einen Eilantrag von KNDS zurück.
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Zur AktienanalyseDer finanzielle Hintergrund des Streits ist erheblich. Durch die inzwischen stark gestiegene Renk-Aktie wäre KNDS mit Abschluss der Transaktion auf einen Schlag rechnerisch um rund 600 Millionen Euro reicher geworden. Triton wiederum würden durch den Verkauf an KNDS statt über die Börse potenziell mehr als eine halbe Milliarde Euro entgehen. Die Chancen auf eine gütliche Einigung gelten daher als gering. KNDS hat inzwischen Klage gegen Triton auf Herausgabe der Aktien eingereicht, doch auch deren Erfolgsaussichten werden von Brancheninsidern bezweifelt.


