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Lyondell-Basell investiert in Recycling-Anlage

Chemisches Recycling soll Plastikwirtschaft revolutionieren und Umweltbelastungen reduzieren

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Lyondell-Basell investiert in Recycling-Anlage

Der Kunststoffhersteller Lyondell-Basell errichtet im Rheinland seine weltweit erste Großanlage für chemisches Recycling von Plastikmüll. Anlässlich der Grundsteinlegung in Wesseling, einem bedeutenden Chemiekomplex in Deutschland, betonte Bundeskanzler Olaf Scholz die Relevanz dieser Einrichtung für die Zukunftsfähigkeit der Branche. Lyondell-Basell investiert einen dreistelligen Millionenbetrag in das Projekt, das als wichtiger Schritt zur Etablierung einer Kreislaufwirtschaft angesehen wird.

In Wesseling, wo seit Jahrzehnten Rohöl-basierte Kunststoffe produziert werden, soll die neue Anlage eine Kapazität von 50.000 Tonnen pro Jahr erreichen und 2026 in Betrieb gehen. Lyondell-Chef Peter Vanacker sieht das Vorhaben als Möglichkeit, Kunststoffe wiederzuverwerten, anstatt sie im Müll zu entsorgen. Ein aktueller Innovationsreport des Bundesverbandes der Deutschen Industrie hebt hervor, dass Deutschland im Bereich Kreislaufwirtschaft international führend ist. Es wird betont, dass ein wettbewerbsfähiges Innovationssystem bestehen kann, das auf nachhaltige Technologien setzt.

Die chemische Recyclingtechnik unterscheidet sich vom mechanischen Recycling, bei dem vor allem sortenreine Kunststoffe verwendet werden. Beim chemischen Recycling werden stark vermischte Kunststoffe in ihre Grundbestandteile zerlegt, um neue Hochleistungskunststoffe zu erzeugen. Hierbei kommen Pyrolyseöl und -gas zum Einsatz, die anstelle von Rohöl in die Kunststoffproduktion eingehen. Allerdings ist das Verfahren umstritten, da es giftige Emissionen erzeugt und energieintensiv ist. Umweltverbände kritisieren, dass eine positive CO2-Bilanz nicht gewährleistet sei und fordern eine Reduktion des Plastikverbrauchs.

Aktuelle Zahlen zeigen, dass in Europa nur 27 Prozent der produzierten Kunststoffe recycelt werden, wobei die Mehrheit mechanisch aufbereitet wird. Chemisches Recycling macht nur einen minimalen Anteil aus. Die hohen Kosten der recycelten Produkte stellen eine Herausforderung für deren Akzeptanz in der Industrie dar. Viele Unternehmen befürchten, die höheren Preise nicht an die Verbraucher weitergeben zu können.

Um die Marktentwicklung zu unterstützen, fordert Lyondell-Basell wie viele andere Unternehmen feste Quoten für den Einsatz von recycelten Kunststoffen in Europa. Scholz hat angekündigt, sich für pragmatische Regelungen bei der EU-Kommission einzusetzen, um den Einsatz von recycelten Materialien zu fördern.

ChemiebrancheIndustrieDeutschlandLyondell-BasellRecycling

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