Lynas warnt vor Unsicherheiten bei US-Anlage
Gewinn bricht um über 90 Prozent ein, Kapitalerhöhung soll Wachstum finanzieren

Lynas Rare Earths hat erhebliche Unsicherheiten beim Bau seiner geplanten Anlage für schwere Seltene Erden im US-Bundesstaat Texas eingeräumt. Das australische Unternehmen, der weltweit größte Produzent außerhalb Chinas, befindet sich in Verhandlungen mit dem US-Verteidigungsministerium, um eine Vereinbarung über die Abnahme der künftigen Produktion aus der in Seadrift geplanten Einrichtung zu treffen. Nach Angaben des Konzerns ist allerdings unklar, ob ein Abnahmevertrag zustande kommt, da dieser zu für Lynas akzeptablen kommerziellen Bedingungen erfolgen müsse. Eigentlich war vorgesehen, dass die Anlage ab dem Geschäftsjahr 2026 in Betrieb geht. Lynas stellte nun jedoch in Aussicht, dass die Baupläne möglicherweise nicht realisiert werden.
Konzernchefin Amanda Lacaze betonte in einer Telefonkonferenz, dass ihr Unternehmen weiterhin die Entwicklung von Lieferketten außerhalb Chinas unterstütze. Zugleich machte sie deutlich, dass politische Rahmenbedingungen so gestaltet werden müssten, dass die zentrale Rolle von Lynas im globalen Markt nicht geschwächt werde. Die Errichtung neuer Anlagen sei langwierig und mit Unsicherheiten verbunden. Die Aussagen fielen kurz nachdem die US-Regierung eine milliardenschwere Vereinbarung mit Lynas’ größtem Konkurrenten außerhalb Chinas, MP Materials, abgeschlossen hatte. Dieser Deal sichert Washington eine maßgebliche Beteiligung, garantiert Mindestpreise für Schlüsselprodukte und umfasst ein Darlehen über 150 Millionen Dollar für den Ausbau der Verarbeitung schwerer Seltener Erden.
Parallel zu den Entwicklungen in den USA möchte Lynas auch in andere Segmente der Wertschöpfungskette investieren. Das Unternehmen strebt Beteiligungen an neuen Projekten zur Herstellung von Magneten an, insbesondere in den Vereinigten Staaten, wo derzeit sieben neue Vorhaben geplant sind, viele davon mit staatlicher Förderung. Lacaze erklärte, Lynas wolle sowohl operativ als auch durch Lieferungen oder über Kapitalbeteiligungen in diesen Bereich einsteigen. Erst vor wenigen Wochen hatte der Konzern zudem ein Abkommen mit dem südkoreanischen Unternehmen JS Link unterzeichnet, um in Malaysia, wo Lynas bereits Produktionsstätten betreibt, eine Magnetfabrik zu errichten.
Finanziell verzeichnete der Konzern für das Ende Juni abgelaufene Geschäftsjahr einen deutlichen Rückgang seines Nettogewinns. Mit 8 Millionen australischen Dollar lag das Ergebnis um mehr als 90 Prozent unter dem Vorjahreswert von 84,5 Millionen. Analystenerwartungen von rund 30,4 Millionen wurden damit ebenfalls klar verfehlt. Gründe für den Gewinnrückgang sieht das Unternehmen vor allem in höheren Abschreibungen auf die Erweiterungen der Standorte Kalgoorlie und Mt. Weld. Zudem erreichte die Produktion in Kalgoorlie nicht die angestrebte Kapazität.
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Zur AktienanalyseFür das Geschäftsjahr 2026 rechnet Lynas mit Investitionen von etwa 160 Millionen australischen Dollar. Zur Finanzierung neuer Wachstumsprojekte kündigte das Unternehmen eine Kapitalerhöhung über 750 Millionen australische Dollar an. Die neuen Aktien sollen zu einem Preis von 13,25 Dollar ausgegeben werden, was einem Abschlag von zehn Prozent auf den Schlusskurs vom 27. August entspricht. Im Vorfeld wurde der Handel mit den Lynas-Papieren ausgesetzt.


