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Luxusbranche in der Krise

Nachfrageeinbruch in China lässt Aktienkurse massiv fallen

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Luxusbranche in der Krise

Hugo-Boss-Aktien brachen am Dienstag in der Spitze mehr als zehn Prozent auf den niedrigsten Stand seit April 2021 ein, nachdem der Modekonzern seine Umsatz- und Gewinnprognose für das Gesamtjahr überraschend stark gesenkt hatte. Dies führte zu Enttäuschung bei den Anlegern und zog die Kurse weiterer Luxus-Anbieter nach unten. Auch die Anteilsscheine von Burberry gingen nach dem Kursrutsch zum Wochenstart erneut auf Talfahrt und verloren knapp vier Prozent.

Die schwächelnde Nachfrage in China sorgt für erheblichen Gegenwind in der Branche. „Hugo Boss ist heute ein weiterer Hinweis darauf, wie volatil und fragil der Konsum weltweit bleibt“, kommentierten die Analysten der US-Bank JP Morgan. Zwar habe sich die Korrektur der Jahresziele in den vergangenen Tagen bereits angedeutet, sagte Jürgen Molnar, Marktexperte beim Broker RoboMarkets. „Doch den vom Management im schlimmsten Fall befürchteten Gewinneinbruch um bis zu 15 Prozent dürften viele Analysten noch nicht auf dem Zettel gehabt haben.“ Bis zu einer Aufhellung der globalen Konsumnachfrage und damit einhergehend einer Stabilisierung des Aktienkurses werde es wohl noch dauern.

Auch die Aktien des italienischen Luxuskonzerns Prada standen auf den Verkaufszetteln. Die in Hongkong notierten Titel gaben um mehr als fünf Prozent nach und fielen damit auf den niedrigsten Wert seit Mitte Februar. Am Montag war bereits der Kurs des Schweizer Uhrenherstellers Swatch nach einem starken Umsatz- und Gewinnrückgang im ersten Halbjahr um rund zehn Prozent eingebrochen.

Etwas stabiler notierten dagegen die Titel des Herstellers von Cartier-Ringen und -Ketten Richemont. Zwar machte ein Einbruch der chinesischen Nachfrage auch dem Schweizer Konzern zu schaffen, jedoch wurde der negative Einfluss in Asien teilweise durch stark verbesserte Geschäfte in Japan ausgeglichen. Dort profitierten Luxus-Shopper vom schwächeren Yen, so dass auch chinesische Touristen in Japan nach Premiumprodukten griffen.

Analysten betonen, dass die anhaltende Schwäche des Konsums in China ein zentrales Problem für die Luxusbranche darstellt. Während einige Unternehmen wie Richemont von regionalen Vorteilen profitieren konnten, bleibt die Unsicherheit auf den globalen Märkten hoch. Die derzeitigen Entwicklungen verdeutlichen die Abhängigkeit der Luxusgüterindustrie von der wirtschaftlichen Lage und Konsumfreude in China, einem der größten Absatzmärkte für Premiumprodukte weltweit.

Der Einbruch bei Hugo Boss zeigt exemplarisch, wie schnell sich die Stimmung unter den Anlegern drehen kann, wenn unerwartet schlechte Nachrichten bekannt werden. Die Branchenakteure müssen sich darauf einstellen, dass die Volatilität in den kommenden Monaten anhalten könnte, solange keine signifikante Erholung der Konsumlaune insbesondere in China zu verzeichnen ist.

Burberry Hugo BossPradaAktien

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