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Luxus-Wiederverkaufsmarkt knackt 50-Milliarden-Euro-Marke erstmals

Der globale Markt für gebrauchte Luxusgüter wächst rasant – doch etablierte Marken zögern bei der Strategiefindung.

Luxus-Wiederverkaufsmarkt knackt 50-Milliarden-Euro-Marke erstmals

Der Markt für gebrauchte Luxusgüter hat laut einer aktuellen Studie von Bain & Company erstmals die Marke von 50 Milliarden Euro überschritten. Umgerechnet entspricht das rund 59 Milliarden US-Dollar. Das Segment wächst damit schneller als der klassische Primärmarkt für Luxusgüter.

Besonders bemerkenswert: Der Wiederverkaufsmarkt hat inzwischen die gleiche Größenordnung wie der gesamte Off-Price-Kanal der Luxusbranche erreicht. Damit ist er zum drittgrößten Vertriebskanal nach Umsatz aufgestiegen – hinter dem stationären Handel und dem E-Commerce der Marken selbst.

Marken zwischen Strategie und Zögern

Trotz dieser beeindruckenden Zahlen tun sich viele Luxuskonzerne schwer, aus dem Boom Kapital zu schlagen. Branchenbeobachter beschreiben die Haltung der Unternehmen als die eines Kaninchens vor der Schlange: gelähmt zwischen Chancen und Risiken.

Große Wiederverkaufsplattformen wie Fashionphile und The RealReal agieren in einem rechtlich heiklen Umfeld. Marken wie Chanel haben Rechtsstreitigkeiten gezielt eingesetzt, um die Spielräume der Wiederverkäufer einzuschränken und zu definieren, was erlaubt ist und was nicht.

Rechtliche Grenzen für Wiederverkäufer

Die rechtlichen Rahmenbedingungen sind klar: Wiederverkäufer dürfen Markenlogos zwar zur Produktbeschreibung verwenden, nicht jedoch großflächig in Werbekampagnen oder Social-Media-Inhalten. Ebenso ist es ihnen untersagt, in ihrem Marketing den Eindruck einer offiziellen Zugehörigkeit zu einer Luxusmarke zu erwecken.

Für deutsche Privatanleger, die in Luxuskonzerne wie LVMH, Kering oder Richemont investiert sind, ist die Entwicklung des Wiederverkaufsmarktes ein wichtiger Faktor. Einerseits könnte ein florierender Gebrauchtmarkt die Nachfrage nach Neuware belasten. Andererseits steigert er die wahrgenommene Werthaltigkeit von Luxusprodukten – ein zweischneidiges Schwert für die Branche.

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