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Lufthansa vor umfassenden Reformen im Konzernmanagement

Kritik, Verluste und komplexe Strukturen fordern neue Strategien und klare Verantwortlichkeiten

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Lufthansa vor umfassenden Reformen im Konzernmanagement

Die Lufthansa sieht sich aktuell mit einer Vielzahl an Herausforderungen konfrontiert, die sowohl interne als auch externe Ursachen haben. Die Kritik des Großaktionärs Klaus-Michael Kühne, der dem Unternehmen eine Verzettelung vorwirft, hat innerhalb des Konzerns intensive Diskussionen ausgelöst. Besonders im Fokus steht die Zusammenarbeit der elf Passagier-Airlines des Konzerns. Mit dem Projekt „Target Operation Model“ (TOM) sollen ungenutzte Synergien gehoben und die Prozesse vereinfacht werden.

Die Markenvielfalt der Lufthansa Group wird jedoch nicht infrage gestellt. Der Vorstand bekannte sich geschlossen zum Multi-Brand-Konzept, trotz der sinkenden Aktienkurse und wachsender Kritik seitens weiterer Investoren. Diese fordern von CEO Carsten Spohr und seinem Team sichtbare Korrekturen, insbesondere angesichts des operativen Verlusts der Kernmarke Lufthansa in den ersten neun Monaten des Jahres. Der Aktienkurs ist seit Frühjahr 2023 stark gefallen und belastet das Vertrauen der Anleger.

Eine der zentralen Baustellen ist die IT-Infrastruktur des Konzerns. Probleme bei Buchungssystemen und der Reisekostenabrechnung beeinträchtigen sowohl Passagiere als auch Geschäftskunden. Vorständin Grazia Vittadini hat das Thema zur obersten Priorität erklärt. Parallel dazu hat Dieter Vranckx angeordnet, Verträge mit externen Beratern zu kündigen, um die internen Ressourcen besser zu nutzen.

Die strategischen Entscheidungen zur Markenführung und dem Umgang mit den Kapazitäten stoßen jedoch auf unterschiedliche Meinungen. Während Spohr die Marke Lufthansa stärken und ausbauen möchte, sehen Kritiker wie Union Investment die Notwendigkeit einer „Gesundschrumpfung“. Besonders die Verlagerung von Strecken an andere Airlines der Gruppe und der Einsatz von Wet-Lease-Lösungen wird skeptisch betrachtet, da dies nicht dem Premium-Anspruch der Kernmarke entspreche.

Ein weiteres Problem ist die hohe Komplexität der internen Strukturen, die von einer früheren Matrixorganisation geprägt sind. Die Verantwortlichkeiten sind nicht klar geregelt, was den Handlungsdruck weiter erhöht. Arbeitnehmervertreter wie Verdi fordern mutige Schritte seitens der Führung, um strukturelle Probleme zu lösen.

Die internationalen Marktbedingungen verschärfen die Lage zusätzlich. Die Konkurrenz durch asiatische und arabische Airlines setzt den europäischen Marktführer unter Druck. Trotz aller Schwierigkeiten setzt der Vorstand auf eine engere Zusammenarbeit innerhalb der Lufthansa Group, um die Effizienz zu steigern und den Herausforderungen zu begegnen. Ob die angestoßenen Maßnahmen ausreichen, bleibt jedoch unklar.

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