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Lufthansa vor radikaler Umstrukturierung

Verluste zwingen die Airline zur Fokussierung auf Langstrecken und Kostensenkung

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Lufthansa vor radikaler Umstrukturierung

Die Lufthansa Airlines steht vor erheblichen Herausforderungen, da sie sich in einer tiefgreifenden Umstrukturierungsphase befindet. Angesichts der hohen Verluste im ersten Halbjahr 2024 in Höhe von 442 Millionen Euro wächst der Druck auf das Management, insbesondere auf CEO Carsten Spohr, die traditionsreiche Kernmarke der Lufthansa radikal neu auszurichten. Die Strategie des Unternehmens sieht eine verstärkte Fokussierung auf das Langstreckengeschäft vor, während der Kurzstreckenverkehr zunehmend von anderen Fluggesellschaften des Konzerns und Partnern übernommen werden soll. Jens Ritter, der Chef von Lufthansa Airlines, bestätigte dies und erklärte, dass bis 2028 etwa 40 Prozent der Flüge von anderen Anbietern betrieben werden sollen.

Die bevorstehende jährliche Strategietagung des Aufsichtsrats und Vorstands Mitte September in Brüssel wird entscheidend sein, um Klarheit über die zukünftige Ausrichtung der Marke zu schaffen. Obwohl Spohr das Szenario einer reinen Langstrecken-Airline bereits mehrfach ins Spiel gebracht hat, bleibt es offen, wie sich dies in den kommenden Jahren entwickeln wird. Ein weiterer wesentlicher Faktor sind die anstehenden Tarifverhandlungen im Jahr 2026, die maßgeblich über die Zukunft der Kurzstreckenflüge bei Lufthansa Airlines entscheiden könnten.

Die Herausforderungen für die Hauptmarke sind vielfältig. Ein akuter Mangel an neuen Flugzeugen zwingt das Unternehmen dazu, ältere, wartungsintensive Modelle wie den Airbus A340 und die Boeing 747-400 weiterhin zu betreiben. Zudem verzögern sich die Lieferungen der neuen Boeing 787 (Dreamliner), was die Einsatzplanung der Piloten erheblich beeinträchtigt. Dies führt dazu, dass viele Piloten, die bereits für den Einsatz auf den neuen Flugzeugen ausgebildet wurden, vorerst auf ältere Modelle zurückgreifen müssen.

Auch intern gibt es zahlreiche Baustellen. Trotz der Einstellung tausender neuer Mitarbeiter nach der Pandemie fehlt es weiterhin an Personal in kritischen Bereichen wie der Wartung, was zu Flugausfällen und Streckenstreichungen führt. Hinzu kommen ineffiziente Prozesse, die den reibungslosen Ablauf des Flugbetriebs behindern. Airline-Chef Ritter betonte die Notwendigkeit, die Komplexität innerhalb des Unternehmens zu reduzieren, da über 1000 interne Regularien den flexiblen Einsatz des Personals erschweren.

Die finanzielle Lage der Lufthansa wird zusätzlich durch gestiegene externe Kosten belastet. Die Gebühren und Abgaben in Deutschland sind stark angestiegen, und ab dem kommenden Jahr müssen Airlines in Europa teuren synthetischen Treibstoff beimischen. Diese Entwicklungen erhöhen den Kostendruck auf die Premiummarke erheblich. Die Anteilseigner drängen auf eine radikale Kostenreduzierung, was dazu führen könnte, dass Lufthansa City Airlines und Discover alle Zubringer- und unrentablen Langstreckenflüge übernehmen.

Inmitten dieser Turbulenzen muss sich Lufthansa Airlines auch gegen wachsende Konkurrenz behaupten. Chinesische Fluggesellschaften drängen vermehrt auf den europäischen Markt, während in Nordamerika neue Anbieter direkte Verbindungen nach Europa etablieren. All dies geschieht vor dem Hintergrund der Vorbereitungen auf das 100-jährige Jubiläum der Lufthansa im Jahr 2026, das der Konzern in neuem Glanz feiern möchte.

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