Lufthansa-Streik: Hunderte Flüge gestrichen – Aktie unter Druck
Piloten und Flugbegleiter legen die Arbeit nieder. Passagiere sollen nicht zum Flughafen kommen.

Bei Deutschlands größter Airline eskaliert der Arbeitskampf: Seit der Nacht streiken sowohl Piloten als auch Flugbegleiter der Lufthansa. Eine Sprecherin der Kabinengewerkschaft Ufo bestätigte den Beginn der ganztägigen Arbeitsniederlegung. Die Folge: Hunderte Jets bleiben am Boden.
Das Unternehmen kündigte "umfangreiche Flugstreichungen" an, nannte aber zunächst keine genaue Zahl. An den großen Drehkreuzen Frankfurt und Berlin finden sich auf den Abflugtafeln nur noch vereinzelte Lufthansa-Verbindungen. Passagiere werden dringend gebeten, nicht auf eigene Faust zum Flughafen zu fahren. Die Airline bietet stattdessen elektronische Umbuchungen im großen Stil an. Erst ab Freitag soll der normale Flugbetrieb wieder aufgenommen werden.
Piloten fordern höhere Rentenbeiträge
Rund 4.800 Piloten der Lufthansa und Lufthansa Cargo kämpfen für bessere Arbeitgeberbeiträge zu Betriebs- und Übergangsrenten. Bereits im Herbst hatten die Mitglieder in einer Urabstimmung mit deutlicher Mehrheit für Streikmaßnahmen votiert. Die Gewerkschaft hatte monatelang auf einen Arbeitskampf verzichtet – bis jetzt.
Die Kabinengewerkschaft Ufo will mit ihrem Warnstreik Tarifverhandlungen für knapp 20.000 Beschäftigte erzwingen. Im Fokus stehen die Kerngesellschaft Lufthansa und die Regionaltochter Cityline. Allein bei Cityline seien durch die Konzernstrategie rund 800 Jobs bedroht, erklärt Ufo. Die Gewerkschaft fordert einen tariflichen Sozialplan, den das Management bislang ablehnt.
Management warnt vor Kostenlawine
Der Lufthansa-Vorstand kritisiert die Streiks scharf. Personalvorstand Michael Niggemann sprach in Berlin von einer "völlig unnötigen Eskalation". Die Gewerkschaftsforderungen würden weitere massive Kostensteigerungen bedeuten – dafür gebe es keinerlei Spielraum.
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Zur AktienanalyseDer Hintergrund ist brisant: Die Kerngesellschaft, mit Abstand größte Airline im Konzern, rutschte 2024 in die Verlustzone. Mit dem Sanierungsprogramm "Turnaround" soll das Ruder herumgerissen werden. Am 6. März legt der im MDAX notierte Konzern neue Zahlen vor. Anleger dürften gespannt auf Details zur Sanierung und die Auswirkungen des Streiks auf das erste Quartal blicken.
Für Investoren bedeutet der Arbeitskampf zusätzlichen Druck: Jeder Streiktag kostet Millionen und belastet die ohnehin angespannte Ertragslage. Die Lufthansa-Aktie steht damit vor weiteren turbulenten Wochen.


