Lufthansa-Streik: 800 Flüge gestrichen - 100.000 Passagiere betroffen
Piloten und Kabinenpersonal legen Arbeit nieder - Forderungen nach höherer Altersversorgung sorgen für Chaos

Die Lufthansa Group steht heute unter massivem Druck: Ein koordinierter Streik von Piloten und Kabinenpersonal hat den Flugbetrieb der Kernmarke weitgehend lahmgelegt. Fast 800 Verbindungen mussten annulliert werden, rund 100.000 Fluggäste sind betroffen. Der Arbeitskampf offenbart die angespannten Arbeitsbeziehungen in Deutschlands größter Airline und belastet das operative Geschäft erheblich.
Besonders hart traf es die wichtigsten Drehkreuze: In Frankfurt fielen 450 von 1.117 geplanten Flügen aus, in München waren 275 von 920 Verbindungen betroffen. Auch in Berlin, Hamburg und Düsseldorf kam der Flugverkehr nahezu zum Erliegen. Die Lufthansa kritisierte den Ausstand als "unverhältnismäßig" und verwies auf die massive Beeinträchtigung für Passagiere.
Die nicht bestreikten Töchter Eurowings, Discover und City Airlines konnten rund 400 Flüge durchführen. Eurowings bot Zusatzverbindungen von Düsseldorf und Hamburg nach München an. Betroffene Fluggäste wurden auf digitale Informationskanäle verwiesen und erhielten bei Annullierung automatische Umbuchungsangebote - auch auf Bahnangebote für Inlandsreisende.
Gewerkschaften fordern Zugeständnisse
Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) fordert für die rund 5.000 Cockpit-Beschäftigten deutlich höhere Beiträge zur Betriebsrente. Derzeit liegt die Altersvorsorge bei etwa 8.400 Euro monatlich. Das Management lehnt weitere Erhöhungen mit Verweis auf hohe Kosten und geringe Profitabilität der Premium-Fluglinie ab. "Wir können eine Top-Versorgung nicht einfach nochmal verdoppeln", betonte Vorstand Niggemann.
VC-Vertreter Pinheiro zeigte sich kompromissbereit: Die Gewerkschaft habe ihre Forderungen bereits reduziert, ohne dass die Lufthansa reagiert hätte. "Erstmal muss die Lufthansa sich dazu entscheiden, uns ein Angebot vorzulegen", so Pinheiro. Er schloss weitere Streiks nicht aus: "Wenn es kein Angebot gibt, dreht sich die Eskalationsspirale immer weiter."
Kabinenpersonal kämpft um Jobsicherheit
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Zur AktienanalyseDie Gewerkschaft UFO streikt parallel für bessere Arbeitsbedingungen und längeren Kündigungsschutz beim Kabinenpersonal. Besonders brisant: Bei der vor der Schließung stehenden Tochter Lufthansa Cityline fordert UFO Gespräche über einen Sozialplan. "Da gab es null Gespräche bisher, da ist einfach nur nackte Blockade", kritisierte UFO-Tarifexperte Harry Jaeger.
Der Streik soll bis Mitternacht andauern. Die Lufthansa rechnet damit, dass der Flugverkehr ab morgen wieder planmäßig läuft. Für Anleger bleibt die Situation angespannt: Längere Arbeitskämpfe könnten die ohnehin unter Druck stehende Profitabilität der Kernmarke weiter belasten und die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber Low-Cost-Carriern schwächen.


