Lufthansa streicht 20.000 Kurzstreckenflüge wegen Kerosin-Engpass
Der Konzern reagiert auf drohende Treibstoffengpässe und höhere Preise infolge des Iran-Krieges mit massiven Streichungen im Sommerflugplan.

Die Deutsche Lufthansa streicht bis Oktober rund 20.000 Kurzstreckenflüge auf europäischen Strecken. Hintergrund ist der Versuch, Kerosin einzusparen, da Fluggesellschaften weltweit mit potenziellen Engpässen und steigenden Treibstoffpreisen infolge des Krieges im Iran konfrontiert sind. Das Unternehmen gab die Maßnahme am Dienstag offiziell bekannt.
Die gestrichenen Flüge werden von mehreren Konzerngesellschaften durchgeführt, hauptsächlich jedoch von der Regionaltochter CityLine. Insgesamt entspricht die Streichung einer Reduzierung der Passagierkapazität um rund 1 Prozent. Durch die Maßnahme soll der Konzern mehr als 40.000 Tonnen Kerosin einsparen können.
Frühere Umsetzung wegen Iran-Konflikt
Bereits in der Vorwoche hatte Lufthansa ein erstes Maßnahmenpaket angekündigt. Dieses sah unter anderem vor, ineffiziente Flugzeuge am Boden zu lassen und die 27 einsatzbereiten Maschinen von CityLine dauerhaft aus dem Sommerflugplan zu streichen. Die Einstellung des CityLine-Betriebs war dem Konzern zufolge bereits vor dem Ausbruch des Iran-Krieges geplant gewesen – der Konflikt habe jedoch dazu geführt, dass diese Maßnahme früher als ursprünglich vorgesehen umgesetzt wurde.
Die nun angekündigten zusätzlichen Streichungen bauen auf diesem ersten Paket auf und sollen die Treibstoffbilanz des Konzerns weiter verbessern. Lufthansa betonte dabei, dass die Treibstoffversorgung für die im Sommerflugplan verbleibenden Flüge weitgehend stabil bleiben solle. Der Konzern signalisiert damit, dass der laufende Betrieb auf den verbleibenden Strecken nicht gefährdet ist.
Kerosin-Versorgung als strategische Herausforderung
Für Fluggesellschaften ist Kerosin einer der größten Kostenfaktoren überhaupt. Geopolitische Spannungen im Nahen Osten – insbesondere ein Konflikt im ölreichen Iran – können die globalen Energiemärkte erheblich belasten und zu Lieferengpässen sowie Preissprüngen führen. Lufthansa reagiert mit den Streichungen proaktiv auf dieses Risiko, um die Versorgungssicherheit für den Kernbetrieb zu gewährleisten.
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseDie Konzentration der Streichungen auf Kurzstrecken und die Regionaltochter CityLine ist dabei strategisch nachvollziehbar: Kurzstreckenflüge gelten im Verhältnis zur zurückgelegten Distanz als besonders treibstoffintensiv, während Langstreckenverbindungen für Lufthansa wirtschaftlich deutlich bedeutsamer sind. Durch den Rückzug aus weniger profitablen Kurzstrecken schützt der Konzern seinen ertragsstärkeren Langstreckenbetrieb.
Für betroffene Passagiere bedeuten die Streichungen mögliche Umbuchungen oder Umleitungen über andere Verbindungen. Lufthansa hat bislang keine detaillierten Angaben dazu gemacht, welche konkreten Strecken oder Flughäfen besonders betroffen sind. Die Aktie des Konzerns notierte zuletzt mit einem Minus von 2,26 Prozent.

