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Lufthansa setzt auf Starlink: Telekom verliert Milliardengeschäft

Die Lufthansa Group stattet bis 2029 ihre gesamte Flotte von 850 Flugzeugen mit Elon Musks Starlink-Internet aus – kostenlos für alle Passagiere. Für die Deutsche Telekom bedeutet dies das Aus ihres europäischen Satellitensystems EAN.

Lufthansa setzt auf Starlink: Telekom verliert Milliardengeschäft

**Strategischer Paukenschlag am Himmel

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Die Entscheidung der Lufthansa Group kommt einem Paradigmenwechsel gleich: Bis 2029 werden alle rund 850 Flugzeuge der Gruppe mit Starlink ausgerüstet, dem Satelliten-Internet von SpaceX. Jeder Fluggast erhält kostenlosen Zugang zum Premium-Service – unabhängig von der Buchungsklasse. Die Airline spricht von einer "Qualitätsoffensive" für ihre Kunden.

Für die Deutsche Telekom ist dieser Schritt ein herber Rückschlag. Erst vor einem Jahr feierte der Bonner Konzern die Partnerschaft mit Lufthansa als "einzigartiges Beispiel" für Europas "technische und regulatorische Vorreiterrolle". Damals sollten 150 Flugzeuge mit dem europäischen EAN-System ausgestattet werden.

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Technologischer Vorsprung entscheidet

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Die Telekom betreibt zusammen mit dem amerikanischen Satellitenbetreiber Viasat das European Aviation Network (EAN). Das System kombiniert geostationäre Satelliten in 36.000 Kilometer Höhe mit 300 terrestrischen Antennenmasten quer durch Europa. Für die Abdeckung über der Nordsee installierte die Telekom sogar Antennen auf Bohrinseln und Windparks.

Doch die Technik kann mit Starlink nicht mithalten. "EAN fühlt sich an wie Kupfer-DSL, Starlink wie Glasfaser", bringt es Telekommunikationsanalyst John Strand auf den Punkt. Starlinks erdnahe Satellitenkonstellation mit aktuell 6.000 Satelliten bietet deutlich niedrigere Latenzzeiten und höhere Kapazitäten. Das Ziel sind sogar 14.000 Satelliten.

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Wettbewerbsdruck zwingt zum Handeln

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Die Lufthansa stand zunehmend unter Zugzwang. Emirates, Air France, KLM und SAS haben bereits die Einführung von Starlink angekündigt. Im Kampf um Geschäftsreisende und Vielflieger ist stabiles Internet an Bord ein entscheidender Wettbewerbsfaktor. "Die Frage war wohl weniger, ob man wechseln sollte, sondern wie schnell", analysiert Strand.

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Europa hinkt hinterher

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Besonders brisant: Selbst Air France entschied sich 2024 für Starlink – trotz politischen Drucks aus Paris. Die französische Regierung wollte die Airline zu Eutelsat bewegen, einem teils staatlichen französischen Anbieter. Doch auch hier setzte sich die technische Überlegenheit von Starlink durch.

Elon Musks SpaceX beherrscht die gesamte Wertschöpfungskette: von der Satellitenherstellung über den Transport ins All bis zur Produktion der Empfangsschüsseln. Diese vertikale Integration ermöglicht konkurrenzlos günstige Preise. "Das ist so, als ob Jeff Bezos eine Burger-Bar aufmacht, Elon Musk aber schon ein intergalaktisches McDonald's betreibt", vergleicht Strand.

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Übergangsphase bis 2029**

Die Umstellung erfolgt schrittweise. British Airways, Iberia, Vueling und Aegean setzen vorerst weiter auf EAN. Auch die Lufthansa plant die konkrete Umsetzung noch. Bis dahin wird die Flotte wie geplant mit EAN ausgerüstet – der Service soll in der Übergangsphase nicht schlechter werden als ursprünglich vorgesehen.

Die Reihenfolge, in welcher die verschiedenen Marken der Lufthansa Group auf Starlink umgestellt werden, steht noch nicht fest. Klar ist nur: Bis Ende des Jahrzehnts wird das europäische System EAN bei Europas größter Airline Geschichte sein.

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