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Lufthansa-Gewinn halbiert sich im Frühjahr

Streiks, niedrige Ticketpreise und Konkurrenz aus Asien belasten das Ergebnis.

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Lufthansa-Gewinn halbiert sich im Frühjahr

Die Lufthansa hat im zurückliegenden Quartal einen deutlichen Gewinneinbruch verzeichnet. Grund dafür waren unter anderem niedrigere Ticketpreise, Streiks und steigende Kosten. Auch die Konkurrenz aus Asien hat die Geschäftszahlen negativ beeinflusst. Wie der Konzern am Mittwoch mitteilte, hat sich das Ergebnis vor Zinsen und Steuern im Frühjahresquartal nahezu halbiert und beträgt nun 686 Millionen Euro. Damit liegt das Unternehmen sogar leicht unter den durchschnittlichen Erwartungen der Analysten.

Die Aktie des MDax-Unternehmens reagierte auf diese Nachricht mit einem Rückgang um 0,3 Prozent auf knapp 5,90 Euro. Innerhalb der letzten zwölf Monate haben die Papiere der Fluggesellschaft fast 36 Prozent an Wert verloren. Finanzchef Michael Niggemann betonte, dass der Umsatz im zweiten Quartal auf über zehn Milliarden Euro gestiegen ist, was auf eine deutliche Kapazitätssteigerung der Fluglinien zurückzuführen sei. Im Vergleich zum Vorjahr hat der Konzern seine angebotenen Sitzkilometer um elf Prozent ausgeweitet und erreicht nun wieder 93 Prozent des Angebots vor der Corona-Pandemie.

Trotz dieses Wachstums sind die Ticketpreise marktbedingt rückläufig gewesen, und es gab eine Kosteninflation. Die Streikkosten beliefen sich im zweiten Quartal auf rund 100 Millionen Euro, nachdem im ersten Quartal bereits fast eine halbe Milliarde Euro an Zusatzkosten durch Arbeitsniederlegungen entstanden war. Insbesondere auf den Strecken nach Asien haben chinesische Airlines die Preise unter Druck gesetzt, was die Kernmarke Lufthansa besonders betroffen hat. Aufgrund der niedrigeren Erlöse hat Lufthansa den Winterflugplan ab Ende Oktober bereits ausgedünnt.

Zusätzlich leidet der Konzern unter Lieferverzögerungen bei Flugzeugherstellern. Vom Modell Boeing 787 sollten 2024 fünfzehn Flugzeuge in Dienst gestellt werden, bisher ist jedoch kein einziges geliefert worden. Insgesamt gibt es Lieferverzögerungen bei 49 Bestellungen. Dadurch muss der Konzern weiterhin 23 Maschinen mit veralteter Technik betreiben, was zu einer jährlichen Ergebnislücke im zweistelligen Millionenbereich pro Flugzeug führt. Auch wurden zahlreiche Piloten für die nicht verfügbaren Maschinen ausgebildet, was zusätzliche Kosten verursacht hat.

Der Konzerngewinn hat sich im zweiten Quartal ebenfalls nahezu halbiert und liegt nun bei 469 Millionen Euro. Obwohl das Flugangebot im Jahresvergleich um elf Prozent gewachsen ist, sind die Erlöse im Passagiergeschäft nur um 4,5 Prozent gestiegen. Hauptverantwortlich für den Verlust ist die Kerngesellschaft Lufthansa, die im ersten Halbjahr ein Minus von 427 Millionen Euro verzeichnet hat, während im Vorjahreszeitraum noch ein Gewinn von 149 Millionen Euro erzielt wurde. Mitte Juli gab das Management ein Sparprogramm bekannt, um den finanziellen Herausforderungen zu begegnen.

Im Vergleich zu anderen Fluggesellschaften hat Lufthansa dennoch etwas Hoffnung. Der Marktanteil der Billigflieger wie Ryanair und Easyjet in Deutschland ist gesunken, und die direkte Konkurrenz über dem Atlantik hat ebenfalls abgenommen. Allein der Wettbewerb durch die deutsche Fluggesellschaft Condor hat zugenommen, jedoch könnte auch dieser zum Jahresende nachlassen. Ein Rechtsstreit, den Lufthansa am Ende für sich entschieden hat, könnte dazu führen, dass die Sonderkonditionen für Condor-Flüge wegfallen, was die Wettbewerbsfähigkeit eines Hauptkonkurrenten schwächen könnte. HSBC-Analystin Ruxandra Haradau-Döser empfiehlt daher weiterhin den Kauf der Lufthansa-Aktien mit einem Kursziel von acht Euro.

LufthansaAktienGewinneinbruch

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