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Lufthansa darf bei ITA Airways einsteigen

EU genehmigt Übernahme unter strengen Auflagen und Marktbedenken

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Lufthansa darf bei ITA Airways einsteigen

Die EU-Kommission hat nach langwierigen Verhandlungen der Lufthansa die Übernahme von 41 Prozent der Anteile an der italienischen Fluggesellschaft ITA Airways genehmigt. Diese Entscheidung ist mit strengen Auflagen verbunden, die darauf abzielen, den Wettbewerb zu sichern und mögliche Preissteigerungen auf bestimmten Strecken zu verhindern. Trotz dieser Herausforderungen sieht Lufthansa-Chef Carsten Spohr in der Transaktion eine strategische Möglichkeit, Rom zum fünften Drehkreuz der Gruppe zu entwickeln und neue Ziele auf der südlichen Halbkugel anzusteuern, wo Lufthansa bisher noch Lücken hat.

Der vereinbarte Kaufpreis für die 41-Prozent-Beteiligung beträgt 325 Millionen Euro. Je nach der weiteren Entwicklung von ITA innerhalb der Lufthansa-Gruppe ist es Lufthansa möglich, in zwei weiteren Tranchen zusätzliche Anteile zu erwerben – zunächst 49 Prozent und bis 2033 dann die verbleibenden zehn Prozent. Insgesamt wird Lufthansa dann etwa 825 Millionen Euro für ITA bezahlt haben. Diese gestaffelte Übernahme soll der deutschen Fluggesellschaft ermöglichen, ihre Investitionen schrittweise zu erhöhen und ITA strategisch in das eigene Netzwerk zu integrieren.

Um die Zustimmung der EU-Kommission zu erhalten, mussten Lufthansa und ITA mehrere Zugeständnisse machen. Dazu gehört die Abgabe von 17 sogenannten Slots am Flughafen Mailand-Linate, die Start- und Landerechte für Wettbewerber sichern sollen. Zusätzlich müssen die beiden Gesellschaften auf vier transatlantischen Strecken von Rom aus Rivalen unterstützen, eigene Angebote zu etablieren. Diese Strecken umfassen Verbindungen nach Washington, Chicago, San Francisco und Toronto. Mit diesen Maßnahmen soll der Wettbewerb gestärkt und eine Monopolstellung der Lufthansa-Gruppe verhindert werden.

Ein weiteres zentrales Element der Vereinbarung ist die Einbeziehung von ITA in das Joint-Venture Atlantic++ mit United Airlines und Air Canada. Dieses Gemeinschaftsunternehmen geht über die übliche Kooperation innerhalb der Star Alliance hinaus, da hier Umsatz und Ergebnis unter den Partnern geteilt werden. Die EU-Kommission bewertet solche Joint-Ventures wettbewerbsrechtlich als ein einziges Unternehmen, was zusätzliche Prüfungen und Auflagen nach sich zieht.

Die Reaktionen der Investoren auf den ITA-Deal sind gemischt. Seit Jahresbeginn hat die Lufthansa-Aktie etwa ein Viertel ihres Wertes verloren. Analysten und Aktionärsvertreter äußern Bedenken hinsichtlich der steigenden Komplexität der Lufthansa-Gruppe, die bereits viele Marken unter ihrem Dach vereint. Der aktuelle Börsenwert des Unternehmens liegt bei sieben Milliarden Euro, vergleichbar mit dem Niveau im Pandemiejahr 2021. Die langfristigen Auswirkungen des Deals auf die Marktposition und die finanzielle Stabilität von Lufthansa bleiben abzuwarten, während das Unternehmen daran arbeitet, die Integration von ITA erfolgreich zu gestalten und die auferlegten Wettbewerbsauflagen zu erfüllen.

LufthansaÜbernahmeITA Airways

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