Luftfahrt und TKMS: Analysten sehen starkes Quartal voraus
J.P. Morgan hebt Air France-KLM und IAG hervor, Deutsche Bank lobt TKMS nach Milliarden-Auftrag aus Kanada.

Air France-KLM gehört laut Analysten von J.P. Morgan zu den europäischen Fluggesellschaften mit dem größten Potenzial, die Erwartungen im laufenden Quartal zu übertreffen. In einer Research-Note begründen die Analysten dies mit einer über den Prognosen liegenden Umsatzentwicklung sowie einer anhaltend starken Nachfrage im internationalen Reiseverkehr. Die Aktie reagierte positiv und notierte zuletzt 4,9 Prozent höher bei 14,07 Euro.
Besonders die starke Preisgestaltung im Langstreckennetz von Air France-KLM stützt die optimistische Einschätzung. Laut J.P. Morgan wird diese durch eine robuste Premium-Nachfrage sowie begrenzte Branchenkapazitäten getragen. Dadurch sollen die höheren Treibstoffkosten weitgehend ausgeglichen werden. Zusätzlich dürften sinkende Kerosinpreise die Profitabilität der Airline weiter verbessern.
IAG: Solide Quartalszahlen trotz Kostendruck erwartet
Auch für IAG, die Muttergesellschaft von British Airways, zeichnet sich ein positives Quartalsergebnis ab. J.P. Morgan erwartet Zahlen für das zweite Quartal, die leicht über den Konsensschätzungen liegen dürften – obwohl höhere Treibstoffkosten den Gewinn belasten. Die IAG-Aktie notierte zuletzt 0,2 Prozent höher bei 485,2 Pence.
Die Analysten sehen eine robuste Passagiernachfrage und starke Preissetzungsmacht als entscheidende Faktoren, die den Kostendruck abfedern. Besonders auf Langstreckenverbindungen über den Nordatlantik sowie nach Lateinamerika und Asien zeigt sich die Nachfrage laut J.P. Morgan als besonders widerstandsfähig. Auch für IAG gilt: Niedrigere Kerosinpreise dürften die Ergebnisse in der zweiten Jahreshälfte zusätzlich stützen. Die Analysten erwarten zudem einen robusten freien Cashflow und eine anhaltend starke Profitabilität.
TKMS: Kanadischer U-Boot-Auftrag verdoppelt potenziellen Auftragsbestand
Für den deutschen Schiffs- und U-Boot-Bauer TKMS (Thyssenkrupp Marine Systems) hat sich die Wachstumsperspektive für die kommenden Jahre deutlich verbessert. Kanada hat TKMS als bevorzugten Lieferanten für zwölf konventionelle U-Boote ausgewählt – ein Meilenstein, der laut der Deutschen Bank die Wachstumssichtbarkeit des Unternehmens erheblich stärkt. Die TKMS-Aktie schloss zuletzt bei 93,30 Euro.
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseDie Deutsche Bank hebt hervor, dass TKMS mit diesem voraussichtlichen Auftrag alle ausstehenden großen Multi-Milliarden-Vertragschancen realisiert hat. Besonders bemerkenswert ist die mögliche Entwicklung des Auftragsbestands: Dieser könnte durch die jüngsten Auftragserfolge von derzeit rund 20 Milliarden Euro auf etwa 40 Milliarden Euro ansteigen. Eine solche Verdopplung des Auftragsbestands würde TKMS eine Wachstumssichtbarkeit verleihen, die das Unternehmen klar von seinen Wettbewerbern abhebt, so die Einschätzung der Deutschen Bank.
Insgesamt zeigt der aktuelle Marktüberblick, dass sowohl der europäische Luftfahrtsektor als auch die deutsche Rüstungs- und Schiffbauindustrie von Analysten positiv bewertet werden. Während Fluggesellschaften wie Air France-KLM und IAG von starker Reisenachfrage und sinkenden Kerosinpreisen profitieren, profitiert TKMS von einer historisch starken Auftragslage im Bereich der Marinerüstung.


