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Lucid verfehlt Auslieferungsziele im Q1 wegen Lieferkettenproblemen

Lieferstopp und Rückrufaktion beim Gravity-SUV belasten das erste Quartal des Elektroauto-Herstellers erheblich.

Lucid verfehlt Auslieferungsziele im Q1 wegen Lieferkettenproblemen

Die Lucid Group hat im ersten Quartal 2025 die Erwartungen der Analysten bei den Fahrzeugauslieferungen deutlich verfehlt. Grund dafür waren ein vorübergehender Verkaufsstopp sowie eine Rückrufaktion, ausgelöst durch einen nicht autorisierten Lieferantenwechsel. Das Unternehmen lieferte im Quartal bis zum 31. März lediglich 3.093 Fahrzeuge aus – deutlich weniger als die von Analysten des Datendienstleisters Visible Alpha erwarteten 5.237 Einheiten.

Auch bei der Produktion blieb Lucid hinter den Erwartungen zurück. Das Unternehmen produzierte 5.500 Fahrzeuge, während Analysten mit 5.967 Einheiten gerechnet hatten. Das Missverhältnis zwischen Produktion und Auslieferung verdeutlicht eine strukturelle Schwäche, die Lucid und andere Elektroauto-Startups seit Längerem plagt: die Unfähigkeit, produzierte Fahrzeuge schnell genug in die Hände der Kunden zu bringen.

Gravity-SUV im Mittelpunkt der Probleme

Besonders betroffen war der Lucid Gravity, der Luxus-Elektro-SUV des Unternehmens. Dessen Auslieferungen waren während des Quartals insgesamt 29 Tage lang unterbrochen. Ursache war ein Qualitätsproblem bei einem Zulieferer für die Sitze der zweiten Reihe. CEO Marc Winterhoff erklärte, dass die Auswirkungen vor allem im Februar spürbar gewesen seien, als Lucid die Produktion pausierte, um die nicht autorisierten Änderungen rückgängig zu machen und bereits produzierte Fahrzeuge zu inspizieren.

Anfang der Woche rief Lucid zudem 4.476 Gravity-SUVs zurück, die zwischen Dezember 2024 und Februar 2026 gebaut worden waren. Hintergrund: Die Schweißnähte der Sicherheitsgurtverankerungen entsprachen nicht den geltenden Sicherheitsstandards. Dieser Rückruf ist nicht nur ein Imageproblem, sondern belastet auch die ohnehin angespannte Liefersituation zusätzlich.

Jahresprognose bleibt bestehen – trotz zahlreicher Risiken

Trotz des schwachen Quartalsergebnisses hält Lucid an seiner Jahresprognose fest. Das Unternehmen plant, im laufenden Jahr zwischen 25.000 und 27.000 Fahrzeuge zu produzieren, was einem Wachstum von mehr als 50 Prozent gegenüber 2024 entspräche. Im vergangenen Jahr hatte Lucid die Produktion bereits nahezu verdoppelt – auf 17.840 Fahrzeuge.

CEO Winterhoff räumte ein, dass diese Prognose bewusst konservativ angesetzt sei. Lieferherausforderungen seien weiterhin ein Grund zur Sorge. Neben den Folgen des Lieferantenwechsels kämpft Lucid mit einer Reihe externer Belastungsfaktoren: hohe Importzölle auf Autoteile, ein anhaltender Chipmangel, unsichere Lieferungen von Seltenen Erden sowie ein Brand bei einem Aluminiumzulieferer im September 2024.

Für deutsche Anleger ist Lucid vor allem als Wettbewerber von Mercedes-Benz und BMW im Hochpreissegment der Elektromobilität relevant. Das Unternehmen wird mehrheitlich vom saudi-arabischen Staatsfonds PIF finanziert und gilt als einer der ambitioniertesten Herausforderer etablierter Luxusautohersteller. Die anhaltenden Produktions- und Lieferschwierigkeiten zeigen jedoch, wie groß der Abstand zu den etablierten Automobilkonzernen bei der operativen Reife noch ist.

Die Herausforderungen bei der Skalierung der Produktion sind für Elektroauto-Startups kein Einzelfall. Auch andere Unternehmen der Branche kämpfen angesichts abkühlender Nachfrage und volatiler Lieferketten mit dem Übergang vom Startup zum Serienproduktionsunternehmen. Für Lucid wird das zweite Quartal 2025 zum entscheidenden Test, ob die gesteckten Jahresziele noch erreichbar sind.

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