Lucid steigert Auslieferungen trotz schwacher EV-Nachfrage
Günstigerer Gravity SUV gleicht Folgen ausgelaufener US-Steuergutschriften teilweise aus

Der Elektroautohersteller Lucid Group hat am Montag Zahlen zu Auslieferungen und Produktion für das vierte Quartal sowie für das Gesamtjahr 2025 vorgelegt, die leicht über den Erwartungen der Analysten lagen. Das Unternehmen profitierte dabei von einer positiven Aufnahme seines günstigeren SUV-Modells Gravity, während sich die Nachfrage im Markt für Elektrofahrzeuge insgesamt abgeschwächt zeigte. Hintergrund ist unter anderem das Auslaufen von staatlichen Kaufanreizen in den USA.
Lucid verfolgt seit einiger Zeit das Ziel, seine Kundenbasis zu erweitern, da die Nachfrage nach hochpreisigen Elektrofahrzeugen nachgelassen hat. Im November brachte das Unternehmen den Gravity Touring SUV auf den Markt, der mit einem Einstiegspreis von 79.900 US-Dollar deutlich unter den bisherigen Preisniveaus des Herstellers liegt, die häufig im sechsstelligen Bereich angesiedelt waren. Dieses Modell trug dazu bei, die Auswirkungen einer verhaltenen Konsumstimmung abzufedern.
Die Produktionszahlen entwickelten sich deutlich dynamischer als die Auslieferungen. Im vierten Quartal stellte Lucid 8.412 Fahrzeuge her und verdoppelte damit seine Produktion gegenüber dem Vorquartal mehr als. Die Auslieferungen stiegen im gleichen Zeitraum auf 5.345 Fahrzeuge, was einem Zuwachs von 31 Prozent entspricht. Damit übertraf das Unternehmen die durchschnittliche Analystenschätzung von 5.070 ausgelieferten Fahrzeugen. Die Diskrepanz zwischen Produktion und Auslieferungen verdeutlicht jedoch die Herausforderungen, die bei der Umwandlung von Fertigungskapazitäten in tatsächliche Verkäufe bestehen.
Im Gesamtjahr 2025 produzierte Lucid 18.378 Fahrzeuge und lag damit leicht über den Erwartungen des Marktes. Die jährlichen Auslieferungen beliefen sich auf 15.841 Fahrzeuge, was einem Anstieg von 55 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Auch dieser Wert lag geringfügig über den Prognosen. Die Aktie des Unternehmens mit Sitz in Newark, Kalifornien, reagierte mit einem Kursanstieg von rund 1,4 Prozent.
Das Branchenumfeld bleibt angespannt. Die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen hat sich abgeschwächt, nachdem im September eine US-Bundessteuervergünstigung von 7.500 Dollar ausgelaufen war. Viele Hersteller berichteten seither über rückläufige Verkaufszahlen. Lucid setzte im Laufe des Jahres zudem auf Rabatte und Verkaufsaktionen für seine luxuriösen Air-Limousinen, um Kunden anzusprechen, die aufgrund hoher Finanzierungskosten größere Anschaffungen zurückstellen.
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Zur AktienanalyseAuch Wettbewerber meldeten zuletzt schwächere Ergebnisse. Andere Hersteller hochpreisiger Elektrofahrzeuge verzeichneten geringere Auslieferungen, was den anhaltenden Druck auf die Nachfrage in diesem Marktsegment unterstreicht. Lucid will seine vollständigen Zahlen für das vierte Quartal am 24. Februar nach Börsenschluss veröffentlichen.


