Lucid ernennt neuen CFO und verfehlt Auslieferungsziele im Q2
Der angeschlagene Elektroautohersteller Lucid Group baut sein Management um und lieferte im zweiten Quartal deutlich weniger Fahrzeuge als erwartet.

Die Lucid Group hat im zweiten Quartal 2025 die Erwartungen der Analysten bei den Fahrzeugauslieferungen deutlich verfehlt und gleichzeitig einen weiteren Führungswechsel bekanntgegeben. Das Unternehmen ernannte Alexander De Bock zum neuen Chief Financial Officer – die jüngste in einer Reihe von personellen Veränderungen, seit im April ein neuer CEO berufen wurde.
Laut Unternehmensangaben wurden im zweiten Quartal bis zum 30. Juni insgesamt 3.953 Fahrzeuge ausgeliefert und 4.774 produziert. Analysten von Visible Alpha hatten hingegen mit Auslieferungen von 4.618 Fahrzeugen und einer Produktion von 5.280 Fahrzeugen gerechnet. Damit verfehlte Lucid die Auslieferungsschätzungen um rund 14 Prozent und die Produktionsprognosen um etwa 10 Prozent.
Umfassender Umbau in der Führungsetage
De Bock, zuletzt als Finanzchef von TI Automotive tätig, übernimmt den Posten von Taoufiq Boussaid, der die CFO-Position erst seit Januar 2025 innehatte. Boussaid wird das Unternehmen noch bis zur Veröffentlichung der Ergebnisse für das zweite Quartal unterstützen, bevor er ausscheidet. De Bock gilt als erfahrener Finanzexperte aus der Automobilbranche und stößt in einer Phase tiefgreifender Umstrukturierung zu Lucid.
Ebenfalls am Donnerstag ernannte Lucid Raja Ramana Macha zum neuen Chief Technology Officer. Zudem war in der vergangenen Woche bereits Chief Operating Officer Marc Winterhoff aus dem Unternehmen ausgeschieden. Winterhoff hatte mehr als ein Jahr lang als Interims-CEO von Lucid fungiert, bevor im April der ehemalige Schindler-Chef Silvio Napoli das Ruder als CEO übernahm.
Strategische Überprüfung und Kostendruck
Das Unternehmen hatte im Mai seine Produktionsprognose für 2026 ausgesetzt, bis eine strategische Überprüfung abgeschlossen ist. Darüber hinaus hat Lucid in diesem Jahr bereits zweimal Personal abgebaut und die Lieferkette gestrafft, um in der kapitalintensiven Elektrofahrzeugbranche die Liquidität zu sichern.
Lucid kämpft dabei mit mehreren Herausforderungen gleichzeitig: Lieferunterbrechungen sowie ein Mangel an wichtigen Rohstoffen wie Aluminium und Halbleitern haben den Produktionshochlauf gebremst. Das Unternehmen ist bekannt für seine Luxuslimousinen der Modellreihe Air sowie die Gravity-SUVs – Fahrzeugsegmente im oberen Preissegment.
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Zur AktienanalyseSchwieriges Marktumfeld für Elektroautohersteller
Die Probleme bei Lucid spiegeln einen breiteren Trend in der Elektrofahrzeugbranche wider. Hersteller von Elektroautos stehen unter zunehmendem Druck, da sich Verbraucher verstärkt preisgünstigeren Modellen zuwenden. Gleichzeitig belasten der wachsende Wettbewerb durch etablierte Automobilhersteller und neue Marktteilnehmer die Margen.
Für deutsche Anleger, die Lucid im Blick haben, verdeutlicht die aktuelle Entwicklung die strukturellen Herausforderungen, mit denen kleinere Elektroautohersteller im globalen Wettbewerb konfrontiert sind. Die Kombination aus verfehlten Lieferzielen, mehrfachen Führungswechseln und ausgesetzten Produktionsprognosen erhöht die Unsicherheit rund um den weiteren Kurs des Unternehmens erheblich.


