Luceco hebt Prognose für 2027 und 2028 nach starkem Halbjahr an
Starkes Umsatzwachstum von 13 % im ersten Halbjahr 2026 und ein Energiewende-Boom von 120 % treiben Luceco zu höheren Gewinnzielen.

Der britische Elektronikhersteller Luceco hat am Dienstag ein Trading-Update für das erste Halbjahr 2026 veröffentlicht und dabei starke Zahlen präsentiert. Der Umsatz stieg auf organischer Basis bei konstanten Wechselkursen um 13 % gegenüber dem Vorjahr auf 143 Millionen Britische Pfund. Auf Basis dieser soliden Entwicklung hob das Unternehmen seine Prognosen für die Geschäftsjahre 2027 und 2028 an.
Besonders bemerkenswert ist die Beschleunigung des Wachstums im Jahresverlauf: Während das erste Quartal noch ein Umsatzplus von 11 % verzeichnete, legte das zweite Quartal mit einem Zuwachs von 15 % noch deutlicher zu. Luceco betonte, dass die Wachstumsdynamik in allen wichtigen Produktkategorien, Vertriebskanälen und Regionen spürbar war – ein Zeichen für die breite Aufstellung des Unternehmens.
Energiewende als Wachstumsmotor
Herausragend entwickelte sich das Segment Energiewende (Energy Transition), das Ladelösungen für Elektrofahrzeuge sowie Produkte zur Lastflexibilisierung umfasst. Die Umsätze in diesem Bereich sprangen im ersten Halbjahr um 120 % gegenüber dem Vorjahr in die Höhe – nach bereits starken 80 % Wachstum im ersten Quartal. Dieser Bereich entwickelt sich damit zum zentralen Wachstumstreiber des Konzerns.
Die Kernumsätze – also das Geschäft abseits des Energiewende-Segments – stiegen im gleichen Zeitraum um solide 6 % gegenüber dem Vorjahr. Das zeigt, dass Luceco nicht allein von der Elektromobilitätswelle profitiert, sondern auch das traditionelle Kerngeschäft stabil wächst.
Das EBITA des ersten Halbjahres belief sich auf rund 15,8 Millionen Britische Pfund, ein Anstieg von 14 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die EBITA-Marge des Konzerns verbesserte sich leicht auf 11,1 % – ein Plus von 10 Basispunkten im Jahresvergleich. Luceco führte diese Margenverbesserung auf konsequente Preisdisziplin und operative Effizienz zurück, die den Gegenwind durch gestiegene Rohstoffpreise mehr als ausglichen.
Verschuldung und regulatorische Anpassungen im Blick
Die Nettoverschuldung vor IFRS 16 lag zum Halbjahr bei 69,6 Millionen Britischen Pfund und damit leicht über dem Vorjahreswert. Das Unternehmen erklärte, dies spiegele Investitionen in den Lagerbestand im Vorfeld der zweiten Jahreshälfte 2026 wider. Das Verhältnis von Nettoverschuldung zu EBITDA betrug das 1,5-Fache – ein für die Branche vertretbares Niveau.
Luceco wies zudem auf eine regulatorische Veränderung hin: Anpassungen an den regulierten Mechanismen der Lastflexibilisierung haben begonnen und werden voraussichtlich Anfang der zweiten Jahreshälfte 2026 die wiederkehrenden Umsätze pro E-Ladestation auf ein nachhaltigeres Niveau senken. Anleger sollten diese Entwicklung im Auge behalten, da sie das Wachstumstempo im Energiewende-Segment mittelfristig beeinflussen könnte.
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Für das Gesamtjahr 2026 hält Luceco an seiner bisherigen EBITA-Prognose fest und erwartet einen Wert von über 40 Millionen Britischen Pfund. Für die Folgejahre zeigt sich das Management jedoch optimistischer: Das EBITA für 2027 soll die aktuellen Markterwartungen von 42,3 Millionen Britischen Pfund übertreffen, und auch für 2028 wurden die Erwartungen nach oben korrigiert.
Parallel zur operativen Entwicklung läuft beim Unternehmen die Suche nach einem neuen Vorstandsvorsitzenden. Der Vorstand teilte mit, dass man sich in fortgeschrittenen Gesprächen mit mehreren Kandidaten befinde. Die Besetzung dieser Schlüsselposition dürfte für die strategische Ausrichtung von Luceco in den kommenden Jahren von erheblicher Bedeutung sein.


