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Luca De Meo: Kann der Automanager Gucci retten?

Der erfahrene Automobilmanager Luca De Meo soll das traditionsreiche Modehaus Gucci wieder auf Erfolgskurs bringen.

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Luca De Meo: Kann der Automanager Gucci retten?

Luca De Meo, 58 Jahre alt und bekannt als langjähriger Manager in der Automobilindustrie, steht vor einer ungewöhnlichen Herausforderung: dem Turnaround des Luxusmodehauses Gucci. Ein Besuch in einer umgebauten Schokoladenfabrik vor den Toren Mailands gibt einen ersten Eindruck davon, wie De Meo an die Welt des Luxushandwerks herangeht – und wie fremd ihm diese Welt noch ist.

In dem umgebauten Industriegebäude arbeiten rund 100 Kunsthandwerker an präzisen, aufwendigen Tätigkeiten. Das Spektrum reicht vom Formen und Gießen über das Fassen von Edelsteinen bis hin zum Polieren feinster Schmuckstücke. Gefertigt werden dort exklusive Ringe und Halsketten für die Marke Pomellato – Schmuck, der später auf Modegalas und Dinner-Abenden der High Society weltweit getragen wird.

Handwerk trifft Industrie-Denken

Besonders eindrücklich war der Moment, als De Meo einer Goldschmiedemeisterin bei ihrer Arbeit zusah. Die Handwerkerin formte einen Metallstreifen zu einem so feinen Filigran, dass es an Spitze erinnerte. Loch für Loch schnitt sie das Muster von Hand aus – mit einem hauchdünnen Stahldraht und einer Technik, die in ihrer meditativen Wiederholung fast etwas Klösterliches hatte. Sie arbeitete an einem Armband aus Weißgold und Platin.

De Meo unterbrach die schweigend arbeitende Juwelierin mit einer Frage, die seinen industriellen Hintergrund unmissverständlich offenbarte: „Entschuldigung, aber kann man das nicht mit einem Laser machen?" Die Anekdote, festgehalten vom WSJ Magazine, illustriert auf pointierte Weise den Kulturschock, der auf einen Manager aus der Massenproduktion wartet, wenn er in die Welt des Luxushandwerks eintaucht.

Ein Branchenfremder an der Spitze des Luxussegments

Für deutsche Beobachter ist die Konstellation besonders interessant: De Meo ist in der Automobilbranche bestens bekannt, unter anderem durch seine Tätigkeit bei Renault. Nun soll er sein Managementgeschick in einem völlig anderen Umfeld unter Beweis stellen – in einer Branche, in der Handarbeit, Geschichte und Exklusivität die zentralen Werte sind und in der ein Laser-Schnitt das genaue Gegenteil von dem darstellt, wofür Kunden bereit sind, Tausende von Euro auszugeben.

Die Luxusgüterbranche steht weltweit unter Druck. Große Häuser kämpfen mit verändertem Konsumverhalten, nachlassender Nachfrage aus China und einem zunehmend anspruchsvollen Kundenstamm. In diesem Umfeld braucht es Führungspersönlichkeiten, die sowohl betriebswirtschaftliche Disziplin als auch ein tiefes Verständnis für die DNA einer Luxusmarke mitbringen. Ob De Meo diese Balance finden kann, bleibt abzuwarten.

Die Szene in der Mailänder Schmuckwerkstatt zeigt: Der Weg dorthin beginnt mit dem Verstehen, warum manche Dinge eben nicht mit einem Laser gemacht werden können – und warum genau das ihren Wert ausmacht.

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