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Londoner Immobilienmarkt: Kehren VAE-Käufer jetzt zurück?

Der Krieg im Nahen Osten verändert die Immobilienmärkte: Während Dubai schwächelt, rückt London wieder in den Fokus wohlhabender Expats.

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Londoner Immobilienmarkt: Kehren VAE-Käufer jetzt zurück?

Der Krieg im Nahen Osten sorgt für eine spürbare Verschiebung auf dem Londoner Luxusimmobilienmarkt. Kaufanfragen aus der Region steigen, während gleichzeitig britische Kunden zögern. Camilla Dell, geschäftsführende Gesellschafterin der Londoner Kaufagentur Black Brick, beobachtet diese Entwicklung unmittelbar in ihrer täglichen Arbeit.

Dell berichtet, dass die Anfragen bei ihr im Januar dieses Jahres im Vergleich zum Vorjahr um 19 Prozent gestiegen sind und ein halbes Dutzend neuer Kunden mit der Suche begann. Der Krieg im Nahen Osten habe diesen Schwung jedoch gebremst: Kunden mit Sitz im Vereinigten Königreich fragen nun routinemäßig nach den Auswirkungen des Konflikts auf Inflation, Zinssätze und ihre persönlichen Finanzen, bevor sie Kaufentscheidungen treffen.

Dubai verliert seinen Glanz

Dubai galt in den vergangenen Jahren als der große Boom-Markt für wohlhabende internationale Käufer. Laut Knight Frank stiegen die Preise für Luxusvillen zwischen Anfang 2020 und Ende 2024 um beeindruckende 94 Prozent. Doch der Krieg hat Schockwellen durch den Markt gesendet: Die Transaktionszahlen sanken im ersten Quartal 2026 laut dem Dubai Land Department um fast 24 Prozent.

Die Folge: Wohlhabende Expats überdenken ihre Portfoliostrategie. Diejenigen, die ihre Londoner Immobilien vor dem Umzug nach Dubai nicht verkauft hatten, berichten laut Dell von großer Erleichterung darüber, schnell und unkompliziert zurückkehren zu können. Wer hingegen keinen Stützpunkt in der britischen Hauptstadt mehr besitzt, steht nun vor der Frage: mieten oder kaufen?

Käufermarkt in Prime Central London

Für entschlossene Käufer bietet der Londoner Markt derzeit günstige Bedingungen. Der Bestand an zum Verkauf stehenden Häusern in Prime Central London lag im März dieses Jahres laut dem Marktanalysten LonRes um 14 Prozent über dem Niveau vom März 2025. Die Preise liegen laut Knight Frank zudem um 22 Prozent unter dem Höchststand vom August 2015 – motivierte Käufer haben damit eine starke Verhandlungsposition.

Allerdings warnt Dell vor übertriebenen Erwartungen: Savills prognostiziert für Prime Central London in diesem Jahr einen Preisrückgang von zwei Prozent und eine Stabilisierung erst ab 2027. Für die äußeren Londoner Toplagen wird 2026 Stagnation und 2027 ein Anstieg von lediglich einem Prozent erwartet. Kein Kapitalwachstum also, das die hohen Transaktionskosten ausgleichen könnte.

Besonders die britische Grunderwerbsteuer (Stamp Duty) stellt eine erhebliche Hürde dar: Sie beträgt 12 Prozent auf den Kaufpreisanteil über 1,5 Millionen Britische Pfund – und sogar 17 Prozent, wenn es sich um einen Zweitwohnsitz oder eine Investitionsimmobilie handelt. Wer also nicht langfristig plant, in London zu bleiben, fährt mit einer Mietlösung besser.

Politische Weichenstellungen gefordert

Dell übt auch Kritik an der britischen Finanzministerin Rachel Reeves. Obwohl Reeves Großbritannien inzwischen als „sicheren Hafen" für Personen beworben hat, die den Nahen Osten verlassen, habe sie zu lange gewartet. Gleichzeitig habe sie das sogenannte „Non-Dom"-Steuersystem abgeschafft, was die Attraktivität Großbritanniens für vermögende Zuzügler deutlich mindert.

Dell fordert konkrete Maßnahmen, um wohlhabende Expats anzuziehen, statt sie nach Monaco, Italien, in die Schweiz oder nach Bermuda zu verlieren:

  • Wiedereinführung des Investorenvisums für sehr Vermögende (Aufenthaltsrecht gegen eine Investition von 2 Millionen Britischen Pfund in britisches Aktien- oder Fremdkapital)
  • Abschaffung der unbegrenzten Erbschaftsteuer auf Vermögenswerte in weltweiten Trusts
  • Ausweitung der „Foreign Income and Gains" (FIG)-Regelung von vier auf zehn Jahre, die neuen Einwohnern erlaubt, keine britischen Steuern auf ausländische Einkünfte und Gewinne zu zahlen

Viele Einwohner der Vereinigten Arabischen Emirate denken derzeit über ihre Zukunft nach und ziehen einen Umzug ins Vereinigte Königreich in Betracht. Ob London diese Chance nutzt, hängt laut Dell maßgeblich davon ab, wie attraktiv die politischen und steuerlichen Rahmenbedingungen gestaltet werden.

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