Lockheed Martin und General Dynamics: Günstige Alternativen zu Palantir
Palantir glänzt mit starken Quartalszahlen, doch das KGV von 150 schreckt ab. Zwei Rüstungsriesen bieten mehr Wert.

Palantir Technologies hat erneut starke Quartalsergebnisse vorgelegt und damit einen deutlichen Kurssprung ausgelöst. Die Marktkapitalisierung des Datenanalyse-Unternehmens übersteigt mittlerweile die jedes anderen Rüstungskonzerns weltweit. Doch genau hier liegt das Problem für vorsichtige Anleger: Nach einem Kursanstieg von hunderten Prozentpunkten in den vergangenen Jahren sind Bewertungskennzahlen wie das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) und das Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) auf extreme Niveaus geklettert.
Wer dennoch vom Wachstum der US-Verteidigungsausgaben profitieren möchte, muss nicht zwingend auf Palantir setzen. Zwei etablierte Rüstungskonzerne bieten Anlegern eine günstigere und stabilere Möglichkeit, an diesem Trend teilzuhaben: Lockheed Martin und General Dynamics.
Bestandsauffüllung bei der Raketenabwehr
Lockheed Martin ist auf Kampfflugzeuge und Raketensysteme spezialisiert. Das F-35-Kampfflugzeug ist derzeit das wichtigste seiner Art für die Vereinigten Staaten und ihre Verbündeten. Das Programm zeichnet sich durch lange Vorlaufzeiten und hohe Wartungsanforderungen aus – ein Merkmal, das dem Konzern über Jahrzehnte hinweg stabile, wiederkehrende Umsätze sichert.
Darüber hinaus ist Lockheed Martin der Hersteller der THAAD-Abfangraketen, die zuletzt im Konflikt mit dem Iran intensiv eingesetzt wurden. Die USA haben dem Unternehmen gerade einen Vertrag über 35 Milliarden US-Dollar erteilt, um die Produktionsrate dieser Abfangraketen zu vervierfachen. Das schlägt sich direkt im Auftragsbestand nieder: Dieser erreichte am Ende des letzten Quartals einen Rekordwert von 230 Milliarden US-Dollar.
Das Management hat die Umsatzprognose für das Gesamtjahr auf über 80 Milliarden US-Dollar angehoben und den freien Cashflow auf über 7 Milliarden US-Dollar gesteigert. Angesichts der wachsenden Nachfrage nach den Programmen des Unternehmens dürfte Lockheed Martin in den kommenden Jahren ein beständiges Umsatzwachstum verzeichnen.
Stabile Umsätze durch U-Boot-Verträge
General Dynamics verfolgt eine ähnlich verlässliche Strategie. Das Unternehmen ist der Hauptauftragnehmer für den Bau von atomgetriebenen und mit Atomwaffen bestückten U-Booten – ein Prioritätsprogramm der US-Marine. Die neuen U-Boote der Columbia-Klasse werden über die nächsten zwei Jahrzehnte gebaut, haben eine Lebensdauer bis weit in dieses Jahrhundert hinein und kosten pro Stück fast 10 Milliarden US-Dollar in der Herstellung.
Neben dem U-Boot-Geschäft betreibt General Dynamics mit Gulfstream ein führendes Unternehmen für Privatjets und hält zahlreiche Verträge für Software, Cybersicherheit und IT-Dienstleistungen für die US-Regierung. Diese Diversifikation macht den Konzern widerstandsfähiger gegenüber Schwankungen in einzelnen Segmenten.
Der Auftragsbestand von General Dynamics stieg im letzten Quartal auf 136,5 Milliarden US-Dollar, bei einer Book-to-Bill-Ratio von 1,4. Das bedeutet: Für jeden Dollar, den das Unternehmen in Rechnung stellte, kamen neue Aufträge im Wert von 1,40 US-Dollar herein. Der Umsatz legte im vergangenen Quartal im Jahresvergleich um 8 Prozent zu, und die Jahresprognose wurde auf 55,7 Milliarden US-Dollar angehoben.
Warum diese beiden Rüstungskonzerne solide Kaufkandidaten sind
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Zur AktienanalyseDer direkte Vergleich mit Palantir fällt für die beiden Traditionskonzerne deutlich aus. Palantir wird derzeit zu einem KGV von 150 gehandelt – ein Niveau, das bereits erhebliches zukünftiges Wachstum einpreist. General Dynamics und Lockheed Martin hingegen werden zu KGVs von 24 beziehungsweise 22 gehandelt und verfügen über stabile, langfristige Verträge.
Hinzu kommt ein weiterer struktureller Vorteil: Beide Unternehmen geben Kapital durch Aktienrückkäufe an die Aktionäre zurück, was die Anzahl der ausstehenden Aktien reduziert und den Gewinn je Aktie (EPS) steigert. Die Anzahl der ausstehenden Palantir-Aktien ist dagegen in den letzten fünf Jahren um 20 Prozent gestiegen – eine Verwässerung, die bestehende Aktionäre belastet. Zusätzlich zahlen beide etablierten Rüstungskonzerne eine attraktive Dividende.
Für deutsche Privatanleger, die an der Entwicklung der US-Verteidigungsausgaben partizipieren möchten, bieten Lockheed Martin und General Dynamics damit eine substanziell günstigere Bewertung, planbare Cashflows und eine Aktionärsfreundlichkeit, die Palantir derzeit nicht leisten kann. Über das nächste Jahrzehnt dürften die beiden etablierten Anbieter bessere Renditen bei geringerem Risiko liefern.


