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Lockheed Martin hebt Prognose an: Starkes Wachstum bei Jets und Raketen

Rüstungskonzern profitiert von geopolitischen Spannungen und steigender Nachfrage nach F-35 Kampfjets und Patriot-Systemen.

Lockheed Martin hebt Prognose an: Starkes Wachstum bei Jets und Raketen

Der US-Rüstungskonzern Lockheed Martin hat am Donnerstag seine Prognose für 2026 deutlich angehoben und übertrifft damit die Erwartungen der Analysten. Das Unternehmen rechnet mit einem Umsatz zwischen 77,5 und 80 Milliarden US-Dollar, was über den Schätzungen von 77,83 Milliarden Dollar liegt. Der Gewinn pro Aktie soll zwischen 29,35 und 30,25 Dollar erreichen, verglichen mit den Erwartungen von 29,28 Dollar. Die Aktie legte im vorbörslichen Handel um 5,5 Prozent zu.

Das Wachstum wird vor allem durch die anhaltende Nachfrage nach Kampfjets und Waffensystemen getrieben. Konflikte im Nahen Osten und der langwierige Russland-Ukraine-Krieg haben die Rüstungsnachfrage weltweit stark ansteigen lassen. Im vierten Quartal verzeichnete das Unternehmen einen Umsatz von 20,32 Milliarden Dollar, ein deutlicher Anstieg gegenüber 18,62 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum.

Rekordauslieferungen bei F-35 Kampfjets

Besonders erfolgreich verlief das Geschäft mit dem F-35 Kampfjet, dem größten Beschaffungsprogramm des Pentagon. Lockheed lieferte 2025 eine Rekordzahl von 191 F-35 Jets aus, fast doppelt so viele wie die 110 Maschinen im Jahr 2024. Die Luftfahrtsparte, das umsatzstärkste Segment des Konzerns, steigerte ihren Quartalsumsatz um 6,4 Prozent. Die Lebenszykluskosten für Kauf, Betrieb und Wartung der F-35-Flotte werden auf über 2 Billionen Dollar geschätzt.

Die F-35 und F-22 Kampfjets sowie die Sikorsky Black Hawk Hubschrauber kamen laut CEO Jim Taiclet auch bei der jüngsten US-Operation in Venezuela zum Einsatz. Die geopolitischen Spannungen sorgen weiterhin für eine hohe Nachfrage nach modernster Militärtechnologie.

Massive Produktionssteigerung bei Raketenabwehrsystemen

Das Raketengeschäft entwickelte sich im vierten Quartal zum Wachstumstreiber mit einem Umsatzplus von 17,8 Prozent. Anfang Januar schloss Lockheed eine siebenjährige Vereinbarung mit dem US-Verteidigungsministerium ab, um die Produktion von Patriot PAC-3 Raketenabfangsystemen von 600 auf 2.000 Einheiten pro Jahr zu steigern.

Zudem einigte sich das Unternehmen mit dem Pentagon auf eine mehr als Vervierfachung der THAAD-Raketenabwehrsysteme (Terminal High Altitude Area Defense) von zuvor 96 auf 400 Einheiten jährlich. Diese massiven Produktionssteigerungen unterstreichen die strategische Bedeutung von Raketenabwehrsystemen in der aktuellen Sicherheitslage.

Unsicherheit durch Trump-Anordnung

Präsident Donald Trump hat im Januar eine Anordnung unterzeichnet, die Dividenden, Aktienrückkäufe und Führungsvergütungen von Rüstungsunternehmen an die Einhaltung von Lieferterminen knüpft. Dies sorgt für Unsicherheit bezüglich der Kapitalrenditen. Während Konkurrent Northrop Grumman seine Aktienrückkäufe aussetzte, zahlte Lockheed 2025 Dividenden in Höhe von 3,13 Milliarden Dollar aus, ein leichter Anstieg gegenüber 3,06 Milliarden Dollar im Vorjahr.

Trump hat das Verteidigungsministerium zudem angewiesen, sich in "Kriegsministerium" umzubenennen, was jedoch einen Beschluss des Kongresses erfordert. Die Rüstungsbranche steht damit vor möglichen strukturellen Veränderungen in der Zusammenarbeit mit der US-Regierung.

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