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LNG-Markt: US-Exportboom trifft auf schwache China-Nachfrage

Europa importiert im Februar 2026 so viel Flüssiggas wie nie zuvor – während China den Spotmarkt weitgehend meidet.

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LNG-Markt: US-Exportboom trifft auf schwache China-Nachfrage

Der globale LNG-Markt befindet sich in einem bemerkenswerten Gleichgewicht: Rekordartige europäische Importmengen treffen auf schwache chinesische Nachfrage und ein rasant wachsendes US-Angebot. Der asiatische Spotpreis sank in der Woche bis zum 20. Februar auf 10,60 Dollar pro Million britischer Wärmeeinheiten (mmBtu) – ein Rückgang von 8,6 Prozent gegenüber dem Jahreshoch von 11,60 Dollar Ende Januar. Damit liegt der aktuelle Winterhöchstpreis um 28 Prozent unter dem Vorjahreswert von 16,10 Dollar pro mmBtu.

China, der weltweit größte LNG-Abnehmer, importierte im Februar lediglich 3,38 Millionen Tonnen – der niedrigste Monatswert seit April 2018 laut Rohstoffanalyst Kpler. Im Vergleich zum Februar des Vorjahres entspricht das einem Rückgang von rund 24 Prozent. Ein milder Winter in weiten Teilen des Landes dämpfte die Gasnachfrage, zudem untergraben Spotpreise über 10 Dollar pro mmBtu die Wettbewerbsfähigkeit von Flüssiggas gegenüber Pipeline-Gas und heimischer Förderung.

Europa füllt die Lücke mit Rekordimporten

Das Fernbleiben Chinas vom Spotmarkt verschafft Europa günstige Einkaufsbedingungen. Kpler prognostiziert für Februar europäische LNG-Ankünfte von 14,20 Millionen Tonnen – ein neuer Rekord, der das bisherige Allzeithoch von 13,67 Millionen Tonnen aus dem Januar 2026 übertrifft und 22 Prozent über dem Vorjahreswert liegt. Der Kontinent ist auf massive Importe angewiesen, um seine stark geleerten Gasspeicher wieder zu befüllen: Sie sind derzeit nur zu 32 Prozent gefüllt – weit unter dem Fünfjahresdurchschnitt von 49 Prozent für diese Jahreszeit.

Den Löwenanteil des europäischen LNG liefern die Vereinigten Staaten. Im Februar entfielen rund 57 Prozent der Gesamtimporte – etwa 8,05 Millionen Tonnen – auf US-amerikanisches Flüssiggas. Damit haben die USA weitgehend das russische Pipeline-Erdgas ersetzt, das seit dem Einmarsch Russlands in die Ukraine vor vier Jahren schrittweise reduziert wurde. Russisches LNG gelangt dennoch weiterhin nach Europa: Im Februar wurden 1,6 Millionen Tonnen registriert, was Russland zum zweitgrößten Lieferanten des Kontinents macht.

US-Exporte auf dem Weg zu neuem Rekord

Das US-Angebotswachstum ist beeindruckend. Kpler schätzt, dass die amerikanischen LNG-Exporte im März 11,19 Millionen Tonnen erreichen werden – der zweithöchste Wert nach den 11,22 Millionen Tonnen im Dezember 2025. Gegenüber März 2025 mit 8,92 Millionen Tonnen entspräche das einem Anstieg von rund 26 Prozent. Dieses Wachstum dürfte ausreichen, um die anhaltend starke europäische Nachfrage zu bedienen.

Trotz geopolitischer Risiken – darunter Spannungen im Nahen Osten und potenzielle Bedrohungen für Lieferungen aus Katar, dem zweitgrößten LNG-Exporteur weltweit – bleibt der Spotpreis vergleichsweise entspannt. Analysten sehen in dem robusten Angebotswachstum aus den USA den entscheidenden Stabilisierungsfaktor für die globalen LNG-Märkte. Das aktuelle Gleichgewicht aus starker europäischer Nachfrage, stabilen asiatischen Importen und wachsendem US-Angebot dürfte vorerst Bestand haben.

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