LNG Canada startet zweite Verflüssigungseinheit
Technische Probleme bremsen Produktion, Exporte sinken und Gaspreise fallen auf Rekordtief

Kanadas erstes großes LNG-Exportterminal an der Pazifikküste steht vor dem nächsten Schritt seiner Inbetriebnahme. Das von Shell geführte Konsortium LNG Canada hat damit begonnen, die zweite Verflüssigungseinheit, bekannt als Train 2, in Kitimat in der Provinz British Columbia hochzufahren. Die Anlage hat eine Kapazität von 6,5 Millionen Tonnen Flüssigerdgas pro Jahr und soll die Ausfuhren nach Asien, dem weltweit größten LNG-Markt, langfristig ausweiten.
Der Start von Train 2 fällt in eine Phase technischer Schwierigkeiten bei der ersten Produktionseinheit. Zwei mit den Abläufen vertraute Personen berichteten, dass Train 1 weiterhin Probleme bereitet. Bereits im Juli, nur einen Monat nach dem Beginn der ersten Produktion, waren dort technische Störungen aufgetreten. Nach Angaben einer der Quellen wurde ein zentrales Bauteil, der sogenannte Supercore, ausgetauscht. Während der zweite Strang in Betrieb ist, steht der erste derzeit still.
Ein Unternehmenssprecher verwies auf den fortgesetzten Exportbetrieb und erklärte, dass die Fackeltätigkeit, die am 11. September begonnen hatte, inzwischen beendet sei. Ende September verließ das 14. Schiff mit Flüssigerdgas den Terminal, ein weiteres soll in den kommenden Tagen folgen. Die Exportmengen gingen jedoch im September zurück. Nach vorläufigen Schiffsverfolgungsdaten wurden lediglich vier Ladungen mit insgesamt knapp 0,3 Millionen Tonnen LNG verschifft. Im August waren es noch 0,4 Millionen Tonnen gewesen.
Die Anlage, deren Bau fast sieben Jahre dauerte, arbeitet derzeit mit weniger als der Hälfte ihrer vorgesehenen Kapazität. Ursprünglich war geplant, rund zwei Milliarden Kubikfuß Erdgas pro Tag zu verflüssigen. Marktbeobachter hatten erwartet, dass dies die kanadischen Gaspreise stützen würde. Die langsame Hochlaufphase hat jedoch zu einem Überangebot geführt, das die Spotpreise zuletzt auf Rekordtiefs sinken ließ. Durch die geringere Abnahme an Gas kam es zu Engpässen in den Pipelines, während die Speicherbestände in Westkanada weiterhin auf dem Niveau der Rekordwerte des Vorjahres verharren.
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Zur AktienanalyseEinige Produzenten haben ihre Fördermengen inzwischen gekürzt, um den Druck auf den Markt zu verringern. LNG Canada ist ein Gemeinschaftsprojekt von Shell, Petronas aus Malaysia, PetroChina, Mitsubishi aus Japan und dem südkoreanischen Versorger KOGAS. Mitte dieser Woche gab das LNG-Unternehmen MidOcean, unterstützt von EIG und Saudi Aramco, den geplanten Erwerb eines Fünftels der Petronas-Beteiligung bekannt. Petronas hält insgesamt 25 Prozent an dem Projekt.


