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Live Nation steigert Konzertbesucher auf 159 Millionen trotz Kartellverfahren

Der weltgrößte Konzertveranstalter übertrifft Analystenerwartungen – kurz vor einem wegweisenden US-Kartellprozess.

Live Nation steigert Konzertbesucher auf 159 Millionen trotz Kartellverfahren

Live Nation hat im vierten Quartal 2024 starke Zahlen vorgelegt und dabei die Erwartungen der Analysten deutlich übertroffen. Der Umsatz stieg um 11 Prozent auf 6,31 Milliarden US-Dollar, während Analysten laut FactSet lediglich 6,1 Milliarden Dollar erwartet hatten. Treiber des Wachstums war vor allem das Kerngeschäft mit Konzertveranstaltungen.

Das Konzertgeschäft legte um 12 Prozent auf 5,15 Milliarden Dollar zu. Das Ticketing-Segment – betrieben über die Tochtergesellschaft Ticketmaster – wuchs um 1 Prozent, während die Erlöse aus Sponsoring und Werbung um starke 17 Prozent zulegten. Die Gesamtbesucherzahlen für das Jahr 2024 erreichten 159 Millionen – ein Plus von 5 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Jahresverlust trotz Rekordbesuchern

Trotz der operativen Stärke wies Live Nation für das Gesamtjahr einen Nettoverlust von 54,8 Millionen Dollar aus, umgerechnet 24 US-Cent je Aktie. Im Vorjahr hatte das Unternehmen noch einen Gewinn von 647,4 Millionen Dollar beziehungsweise 2,74 Dollar je Aktie erzielt. Der Verlust ist unter anderem auf den Wertzuwachs rückforderbarer Minderheitsanteile zurückzuführen – eine buchhalterische Belastung, die das Ergebnis drückt. Analysten hatten für das Gesamtjahr immerhin einen Verlust von 33 Cent je Aktie prognostiziert, womit das tatsächliche Ergebnis besser ausfiel als erwartet.

Die Zahlen kommen zu einem heiklen Zeitpunkt: In weniger als zwei Wochen beginnt in den USA ein Kartellprozess auf Bundesebene gegen Live Nation. Das US-Justizministerium und mehrere Bundesstaaten werfen dem Konzern vor, den Markt für Konzertveranstaltungen und Ticketing durch seine marktbeherrschende Stellung wettbewerbswidrig zu kontrollieren. Live Nation ist durch den Zusammenschluss mit Ticketmaster im Jahr 2010 entstanden und kontrolliert seitdem weite Teile der Wertschöpfungskette im Live-Entertainment – von der Veranstaltung über die Vermietung von Arenen bis hin zum Ticketverkauf.

Kartellverfahren als größtes Risiko

Für deutsche Anleger ist Live Nation vor allem als Betreiber zahlreicher europäischer Großveranstaltungen und als Mutterkonzern von Ticketmaster bekannt. Ein negatives Urteil im Kartellverfahren könnte eine Aufspaltung des Konzerns erzwingen und das Geschäftsmodell grundlegend verändern. Die starken operativen Quartalszahlen dürften kurzfristig für Unterstützung an der Börse sorgen – die rechtliche Unsicherheit bleibt jedoch das dominierende Thema für die Aktie.

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