Lithium Ionic antwortet Großaktionär Waratah bis 20. Mai zu Board-Neubesetzung
Der kanadische Lithiumproduzent verlängert die Frist für seine Antwort auf den Antrag des größten Aktionärs zur Board-Neubesetzung.

Die an der TSX-V notierte Lithium Ionic Corporation befindet sich in einem intensiven Austausch mit ihrem größten Aktionär Waratah Capital Advisors. Beide Parteien haben sich darauf geeinigt, die Frist für die Beantwortung eines Antrags von Waratah bis zum 20. Mai zu verlängern. Der ursprüngliche Antrag war am 13. April eingegangen.
Waratah hatte in dem Antrag gefordert, dass das Board von Lithium Ionic eine außerordentliche Hauptversammlung einberuft. Ziel war es, drei Vorstandsmitglieder abzuberufen: Hélio Diniz, David Gower und Lawrence Guy. Zudem sollte über die Wahl neuer Direktoren zur Neubesetzung der entstehenden Vakanzen beraten und abgestimmt werden.
Drei Board-Mitglieder bereits zurückgetreten
Wie Lithium Ionic bereits am 20. April bekannt gab, sind Diniz, Gower und Guy inzwischen als Board-Mitglieder des Unternehmens zurückgetreten. Damit hat sich ein Teil der von Waratah geforderten Maßnahmen bereits erledigt. Das Board of Directors beabsichtigt nun, im Zusammenhang mit der Neubesetzung der offenen Positionen aktiv auf Waratah und andere Aktionäre zuzugehen.
Das Unternehmen betont dabei sein Bekenntnis zu einer guten Corporate Governance. Das Board fühle sich einem konstruktiven Austausch mit seinen Aktionären verpflichtet und werde zu gegebener Zeit weitere Informationen bereitstellen. Waratah hält mit rund 17,5 Millionen Aktien etwa 9 Prozent des ausgegebenen Aktienkapitals von Lithium Ionic und ist damit derzeit der größte Einzelaktionär des Unternehmens.
Ontario Securities Commission verhängt Handelsbeschränkung
Die Situation bei Lithium Ionic wird durch regulatorische Maßnahmen zusätzlich belastet. Am 5. Mai teilte das Unternehmen mit, dass die Ontario Securities Commission (OSC) – die kanadische Wertpapieraufsichtsbehörde der Provinz Ontario – dem Antrag des Unternehmens auf eine vorübergehende Management Cease Trade Order stattgegeben hat. Die OSC bringt Diniz, Gower und Guy mit mutmaßlichem Fehlverhalten am Lithiummarkt in Verbindung.
Eine Management Cease Trade Order ist ein regulatorisches Instrument, das dem CEO und dem CFO eines Unternehmens den Handel mit dessen Wertpapieren untersagt. Lithium Ionic hatte diesen Antrag selbst gestellt, da sich eine Verzögerung bei der Einreichung des geprüften Jahresabschlusses sowie des Lageberichts (Management's Discussion and Analysis) für das Geschäftsjahr 2025 abzeichnete. Die Handelsbeschränkung bleibt so lange in Kraft, bis die erforderlichen Unterlagen eingereicht wurden.
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Zur AktienanalyseLithiumprojekt Bandeira in Brasilien im Fokus
Operativ treibt Lithium Ionic das Lithiumprojekt Bandeira in Brasilien voran. Das Projekt gilt als zentrales Asset des Unternehmens und steht im Kontext der weltweit wachsenden Nachfrage nach Lithium als Schlüsselrohstoff für Elektrofahrzeuge und Energiespeicher. Für deutsche Anleger ist Lithium Ionic damit ein Unternehmen im Bereich kritischer Rohstoffe, das derzeit jedoch mit erheblichen internen Governance-Herausforderungen konfrontiert ist.
Die kommenden Wochen bis zum 20. Mai dürften entscheidend dafür sein, wie das Unternehmen die offenen Board-Positionen neu besetzt und das Vertrauen seiner Aktionäre zurückgewinnt.


