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LIRR-Streik in New York: Pendler kämpfen gegen das Chaos

Erstmals seit über 30 Jahren legt ein Streik die Long Island Rail Road lahm – Hunderttausende Pendler sind betroffen.

LIRR-Streik in New York: Pendler kämpfen gegen das Chaos

Ein Streik bei der Long Island Rail Road (LIRR) – der meistgenutzten Eisenbahnstrecke Nordamerikas – bringt den Berufsverkehr in der Region New York City zum Erliegen. Rund 3.500 Beschäftigte, vertreten durch eine Koalition aus fünf Gewerkschaften, traten am Samstag in den Ausstand, nachdem Verhandlungen über Löhne und Arbeitszeitregelungen gescheitert waren. Es ist der erste Streik bei der LIRR seit mehr als 30 Jahren – zuletzt hatte es 1994 einen zweitägigen Arbeitsausstand gegeben.

Die Metropolitan Transportation Authority (MTA) von New York City warnte eindringlich vor den Folgen. Es gebe „keinen Ersatz" für die Eisenbahn, erklärte die Behörde und rief Pendler dazu auf, am Montag nach Möglichkeit im Homeoffice zu arbeiten. Gleichzeitig warnte die MTA vor „erheblichen Überlastungen und Verspätungen" im gesamten Nahverkehrsnetz der Metropolregion.

Schlichtungsbehörde schaltet sich ein

Am späten Sonntag griff das National Mediation Board ein – die US-Bundesbehörde, die für Eisenbahnen und Fluggesellschaften zuständig ist. Sie bestellte beide Seiten zur Schlichtung ein, um die festgefahrenen Verhandlungen zwischen den Gewerkschaften und der MTA wieder in Gang zu bringen. Dies berichtete die Nachrichtenagentur Associated Press.

Die Gewerkschaft IAM, eine der fünf Organisationen der Streikkoalition, zeigte sich kämpferisch und zugleich verhandlungsbereit. „Dank Ihrer Solidarität und Stärke sitzt Ihre Long Island Rail Road Union Coalition genau jetzt wieder mit dem Management von MTA und LIRR am Verhandlungstisch. Ihr Druck zeigt Wirkung. Ihre massive Beteiligung an den Streikposten zeigt Wirkung", erklärte die Gewerkschaft am Sonntag.

Die Kernforderungen der Arbeitnehmerseite sind bessere Bezahlung und verbesserte Arbeitsbedingungen – nach eigenen Angaben nach Jahren ohne Gehaltserhöhungen. MTA-Chef Janno Lieber verteidigte hingegen die Position der Behörde: Man könne nicht „verantwortungsbewusst einen Abschluss tätigen, der das Budget der MTA sprengt."

Weitreichende Auswirkungen auf die Region

Der Streik trifft nicht nur den täglichen Pendlerverkehr, sondern strahlt auf das gesamte öffentliche Leben der Metropolregion aus. Das Baseballteam der New York Mets warnte Fans, die am Wochenende Spiele im Citi Field in Queens besuchten, ausdrücklich vor Transportschwierigkeiten.

Auch auf politischer Ebene wächst der Druck. New Yorks Gouverneurin Kathy Hochul drängte beide Seiten zur Einigung und warnte, ein längerer Stillstand werde weitreichende Störungen verursachen. Die Schlichtung durch das National Mediation Board gilt nun als letzter Versuch, vor dem Montag eine Lösung zu finden und den regulären Betrieb auf der wichtigsten Pendlerstrecke der Ostküste wiederherzustellen.

Für deutsche Beobachter bietet der Konflikt eine interessante Parallele zu hiesigen Debatten über Streiks im öffentlichen Nahverkehr: Auch in den USA zeigt sich, wie abhängig Millionenstädte von funktionierenden Schienenverbindungen sind – und wie schnell ein Arbeitskampf das städtische Leben lahmlegen kann.

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