Liontrust UK Equity Fonds: Update und Performance-Analyse Juni 2026
Der Liontrust UK Equity Fonds hinkt dem FTSE All Share deutlich hinterher – ein Blick auf Strategie, Portfolioänderungen und Kennzahlen.

Der Liontrust UK Equity Fund steht im Mittelpunkt des aktuellen Fonds-Updates für Juni 2026. Seit Imran Sattar im November 2023 die alleinige Verwaltung des Fonds übernahm, erzielt er eine Rendite von 26,79% – und bleibt damit deutlich hinter dem FTSE All Share zurück, der im gleichen Zeitraum 55,60% zulegte. Auch der Sektor IA UK All Companies übertrifft den Fonds mit 42,99%.
Besonders auffällig ist die Entwicklung der vergangenen zwölf Monate bis Ende Mai 2026: Der Fonds erzielte lediglich eine Rendite von -0,12%, während der FTSE All Share 21,64% und der Sektor IA UK All Companies 13,40% verzeichneten. Analysten sehen die Hauptursache der Underperformance in der Titelauswahl des Managers.
Strategie und Anlageprozess
Imran Sattar verfolgt einen klaren Qualitätsansatz: Er investiert bevorzugt in Wachstumsunternehmen mit starken ökonomischen Burggräben – also nachhaltigen Wettbewerbsvorteilen, die Konkurrenten auf Abstand halten. Dabei sucht er gezielt nach Unternehmen, bei denen der Markt seiner Einschätzung nach die Dauer und das Ausmaß des künftigen Wachstums unterschätzt. Persönliche Treffen mit den Managementteams der Portfoliounternehmen sind ein zentrales Element seines Anlageprozesses.
Der Fonds investiert überwiegend in größere britische Unternehmen: 79,0% des Fondsvermögens entfallen auf Unternehmen im FTSE 100. Primär sucht Sattar im FTSE 100 und FTSE 250 nach Gelegenheiten, verfügt jedoch auch über die Flexibilität, in kleinere, risikoreichere Unternehmen zu investieren. Ein kleiner Anteil von 2,0% (Stand: 31. April) ist in ausländisch notierten Unternehmen investiert.
Die größte Sektorallokation liegt mit 17,6% bei Industriewerten, gefolgt von Finanzunternehmen mit 17,1%. Der Fonds strebt langfristig eine Kombination aus Kapitalwachstum und Erträgen an und könnte als britischer Baustein in einem breiteren globalen Portfolio dienen. Die Qualitätsorientierung macht ihn zudem zu einem möglichen Ergänzungsfonds für Strategien, die auf unbeliebte britische Unternehmen mit Erholungspotenzial setzen.
Portfolioänderungen: Neue Positionen und Verkäufe
In den vergangenen zwölf Monaten hat Sattar das Portfolio aktiv umgebaut. Neu aufgenommen wurden:
- Lloyds (britische Bank)
- Ashmore (Vermögensverwalter)
- Softcat (Technologieunternehmen)
- Ibstock (Materialunternehmen)
Auf der Verkaufsseite trennte sich Sattar von Applied Nutrition (Sportnahrungsergänzungsmittel), Thermo Fisher (US-amerikanisches Life-Science-Unternehmen) und dem REIT Segro. Alle drei Positionen wurden aufgelöst, weil der Manager seine Überzeugung hinsichtlich der künftigen Entwicklung dieser Unternehmen verringert hat.
Ursachen der Underperformance
Die Analyse der Renditerückstände zeigt konkrete Treiber: Das Fehlen einer Position in Rolls-Royce sowie eine geringere Gewichtung von HSBC im Vergleich zur Benchmark schadeten der relativen Performance. Auch Investitionen in das Online-Immobilienportal Rightmove und das Consumer-Healthcare-Unternehmen Haleon belasteten die Wertentwicklung im Berichtszeitraum.
Positiv stach hingegen das Schädlingsbekämpfungsunternehmen Rentokil Initial hervor, das dank besser als erwarteter Ergebnisse aus seinem nordamerikanischen Geschäft der größte Renditebeitrag im Fonds war. Auch Thermo Fisher und Applied Nutrition entwickelten sich gut, bevor sie verkauft wurden.
Fondsmanager und Team
Imran Sattar blickt auf eine langjährige Karriere in der britischen Fondsverwaltung zurück. Er begann 1997 bei Mercury Asset Management, wechselte anschließend zu BlackRock und später 2018 zu Majedie Asset Management. Im April 2022 kam er im Zuge der Übernahme von Majedie durch Liontrust zum Unternehmen. Nach dem Ausscheiden der erfahrenen Manager James de Uphaugh und Chris Field übernahm er im November 2023 die alleinige Verantwortung für den Fonds.
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Zur AktienanalyseUnterstützt wird er vom Global Fundamental Investment Team bei Liontrust, zu dem die britische Spezialistin Emily Barnard als stellvertretende Managerin sowie die Analysten Tom Gilbey und Gabriel Lever Grecu gehören.
Kosten und Bewertung
Die laufende jährliche Gebühr des Fonds beträgt 0,65%. Für HL-Kunden wurde eine dauerhafte Ersparnis von 0,10% gesichert, sodass eine Netto-Jahresgebühr von 0,55% anfällt. Hinzu kommt die Plattformgebühr von bis zu 0,35% pro Jahr. Der Fonds weist zum 30. April 2026 eine historische Rendite von 2,26% auf, verglichen mit 3,12% beim FTSE All Share.
Wichtig zu wissen: Der Fonds ist nicht auf der „Wealth Shortlist" der Analysten vertreten, die Fonds mit besonderem langfristigen Performancepotenzial auszeichnet. Anleger sollten zudem beachten, dass der bisherige Track Record unter Sattars alleiniger Führung mit rund zweieinhalb Jahren noch vergleichsweise kurz ist – und vergangene Wertentwicklung kein verlässlicher Indikator für die Zukunft ist.


