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Linkerbot: Chinesisches Roboterhand-Startup strebt Bewertung von 6 Milliarden Dollar an

Das Pekinger Startup Linkerbot will seinen Wert nach einer abgeschlossenen Serie-B+-Runde erneut verdoppeln.

Linkerbot: Chinesisches Roboterhand-Startup strebt Bewertung von 6 Milliarden Dollar an

Das chinesische Robotik-Startup Linkerbot strebt in seiner nächsten Finanzierungsrunde eine Bewertung von 6 Milliarden US-Dollar an. Das entspräche einer Verdopplung gegenüber der gerade abgeschlossenen Serie-B+-Finanzierungsrunde, die das Unternehmen mit 3 Milliarden Dollar bewertet hatte. Wann die nächste Runde eingeleitet wird und ob sie als private Investitionsrunde oder Börsengang geplant ist, ließ das Unternehmen offen.

Linkerbot gilt als Weltmarktführer für hochgradig geschickte Roboterhände für humanoide Roboter. Das erst zwei Jahre alte Unternehmen hält nach eigenen Angaben einen weltweiten Marktanteil von über 80 Prozent bei Roboterhänden mit hohen Freiheitsgraden (Degrees of Freedom, DoF). CEO Alex Zhou kündigte gegenüber Reuters an, die Produktion „in Kürze" von derzeit knapp 5.000 auf 10.000 Einheiten pro Monat zu skalieren.

Prominente Investoren und staatliche Unterstützung

Zu den frühen Geldgebern des Unternehmens zählen die Ant Group von Alibaba sowie die Sequoia-Abspaltung HongShan Group. An der jüngsten Finanzierungsrunde beteiligten sich zudem der staatlich geförderte Zhongguancun Science Park Fund, Bank of China Asset Management und Fosun Capital – ein Zeichen für das wachsende Interesse sowohl privater als auch staatlicher Investoren an der chinesischen Robotikbranche.

Das Interesse an humanoiden Robotern aus China ist 2025 sprunghaft gestiegen. Marktführer wie Unitree sorgten zuletzt mit beeindruckenden Auftritten beim Pekinger Halbmarathon für humanoide Roboter und im Fernsehen für Aufsehen. Unitree hat im März einen Börsengang in Shanghai beantragt und strebt dabei eine Bewertung von bis zu 7 Milliarden Dollar an.

Technologie: Die komplexeste Herausforderung im Humanoiden-Bau

Linkerbot unterscheidet sich von Wettbewerbern wie X Square Robot, die sich auf das Training von Roboterhänden für Hausarbeiten konzentrieren. Das Pekinger Unternehmen spezialisiert sich stattdessen auf hochwertige menschliche Handwerkskunst. „Wir stellen nicht nur Hände her. Unser Ziel ist es, die gesamte Bibliothek menschlicher Geschicklichkeitsfertigkeiten in unserer Hardware nachzubilden", sagte CEO Zhou.

Herzstück der Technologie ist die firmeneigene Plattform LinkerSkillNet – nach Unternehmensangaben der weltweit größte Datensatz für Geschicklichkeitsmanipulationen in der realen Welt. Das multimodale Datenerfassungssystem wandelt menschliche Fertigkeiten in standardisierte, wiederverwendbare Fähigkeiten für Roboterhände um und umfasst bisher über 500 solcher Fertigkeiten.

Wie komplex die Entwicklung von Roboterhänden ist, verdeutlicht Georg Stieler, Leiter für Robotik und Automatisierung bei der Technologieberatung Stieler: „Die Hand ist der komplexeste Teil des gesamten humanoiden Roboters. Elon Musk beschrieb bei mehreren Gelegenheiten, dass dieser Teil mehr als die Hälfte des gesamten technischen Aufwands für Teslas Optimus in Anspruch nahm." Musk versprach, dass das neueste Optimus-Modell über die „manuelle Geschicklichkeit eines Menschen" verfügen werde.

Leistungsstarke Hardware für Industrie und Forschung

Die Hände von Linkerbot können bereits in hohem Tempo Schrauben drehen, verformbare weiche Objekte greifen, einen Faden einfädeln und in der Hochpräzisionsfertigung eingesetzt werden. Das Basis-Leichtbaumodell O6 bringt trotz eines Eigengewichts von nur 370 Gramm eine Traglast von 50 Kilogramm auf – ein entscheidender Vorteil für industrielle Anwendungen, bei denen Miniaturisierung und Stärke gefragt sind.

Schlüsselkomponenten wie Gelenkmodule, Motoren und Getriebe fertigt Linkerbot intern. Dabei kommen spezialisierte Polymere zum Einsatz, die selbstschmierend und korrosionsbeständig sind. Das Unternehmen beliefert führende chinesische Hersteller humanoider Roboter sowie ausländische Industrieriesen, deren Namen aufgrund von Geheimhaltungsvereinbarungen nicht genannt werden. Darüber hinaus nutzen Forschungsinstitute und weltweit führende Universitäten die Roboterhände von Linkerbot. Das Unternehmen beschäftigt inzwischen über 400 Mitarbeiter.

CEO Zhou, der nach eigenen Angaben von der japanischen Zeichentrickfigur Doraemon inspiriert wurde, hat ambitionierte Visionen für seine Technologie: Er stellt sich vor, dass seine Roboter Klavier spielen, Massagen geben oder sogar zahnmedizinische Arbeiten verrichten – Fertigkeiten, die seiner Einschätzung nach einen „Mehrwert bieten, der mindestens das Dreifache einer einfachen Arbeit beträgt".

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