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Lieferengpässe bremsen Novo Nordisk Wachstum

Milliardeninvestitionen sollen Produktion ausbauen und langfristige Marktchancen sichern

Lieferengpässe bremsen Novo Nordisk Wachstum

Der dänische Pharmakonzern Novo Nordisk erwartet für das laufende Jahr ein schwächeres Umsatzwachstum als im Vorjahr. Trotz anhaltend hoher Nachfrage nach Abnehmspritzen können bestehende Produktionskapazitäten den Bedarf nicht ausreichend decken. Konzernchef Lars Fruergaard Jørgensen erklärte bei der Bilanzvorlage, dass Lieferengpässe die Expansion bremsen. Um diesem Problem entgegenzuwirken, investiert das Unternehmen einen zweistelligen Milliardenbetrag in den Ausbau der Produktion und die Übernahme von Pharmaherstellern.

Die neuen Produktionskapazitäten sollen schrittweise in Betrieb genommen werden, sodass eine spürbare Entlastung erst im kommenden Jahr erwartet wird. In den neuen Werken werden neben der Abnehmspritze Wegovy auch das Diabetes-Medikament Ozempic sowie potenzielle Weiterentwicklungen hergestellt. Die Prognose für das Umsatzwachstum im Jahr 2025 liegt zwischen 16 und 24 Prozent und damit deutlich unter dem Zuwachs von 26 Prozent im Jahr 2024. Der Gesamtumsatz erreichte im vergangenen Jahr 290 Milliarden dänische Kronen, was umgerechnet rund 39 Milliarden Euro entspricht.

Auch die Entwicklung des operativen Gewinns bleibt hinter dem Vorjahresniveau zurück. Während 2024 ein Anstieg um 25 Prozent erzielt wurde, rechnet das Unternehmen für das laufende Jahr mit einer Spanne zwischen 19 und 27 Prozent. Sollte der Gewinnanstieg am unteren Ende der Prognose liegen, würde dies einen deutlichen Rückgang im Vergleich zum Vorjahr bedeuten.

Trotz der vorsichtigen Prognose reagierten die Märkte positiv. Die Aktie von Novo Nordisk legte im frühen Handel um fast fünf Prozent zu und erreichte einen Kurs von 620 dänischen Kronen. Das Unternehmen hatte durch den weltweiten Erfolg seiner Abnehmspritzen zeitweise den Titel als wertvollster Konzern Europas erlangt. Diesen Rang verlor es jedoch Ende 2024 nach einem Kursrückgang von nahezu 25 Prozent. Hintergrund waren aus Sicht von Analysten unbefriedigende Studienergebnisse zu einer neuen Generation von Abnehm-Medikamenten, die Unsicherheiten über die Zukunft des Marktes schürten.

Zusätzlich verstärkten sich bei Investoren Zweifel an der langfristigen Stabilität des Booms im Bereich der Diätspritzen. Novo Nordisk steht in einem intensiven Wettbewerb mit dem US-Pharmakonzern Eli Lilly, der ebenfalls stark in den Markt für Abnehmspritzen investiert. Dennoch hatten Anleger offenbar mit einer noch vorsichtigeren Prognose gerechnet und reagierten erleichtert auf die Präsentation der Unternehmenszahlen. Trotz der Kursgewinne bleibt die Aktie weit entfernt vom Rekordhoch aus dem Juni 2024, als sie bei rund 1000 dänischen Kronen notierte.

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