Libyen sichert sich Milliarden-Deal mit TotalEnergies
Libyens Regierung hat ein 25-jähriges Ölabkommen mit TotalEnergies und ConocoPhillips unterzeichnet. Das Mega-Projekt soll die Förderkapazität um bis zu 850.000 Barrel pro Tag steigern.

Die libysche Regierung unter Premierminister Abdul Hamid Dbeibah hat einen bedeutenden Durchbruch im Energiesektor erzielt. Ein 25-jähriges Ölabkommen mit den internationalen Energiekonzernen TotalEnergies und ConocoPhillips wurde über die Waha Oil Company unterzeichnet. Das Abkommen verspricht Nettoeinnahmen von mehr als 376 Milliarden US-Dollar über die Laufzeit.
Massive Produktionssteigerung geplant
Das Abkommen zielt auf eine erhebliche Ausweitung der Förderkapazität ab. Die Tagesproduktion soll um bis zu 850.000 Barrel pro Tag (bpd) gesteigert werden. Zum Vergleich: Waha Oil produziert derzeit unter normalen Bedingungen zwischen 340.000 und 400.000 bpd. Die Tochtergesellschaft der staatlichen National Oil Corporation betreibt fünf Hauptöl- und Gasfelder sowie mehrere kleinere fördernde Felder.
Infrastruktur und strategische Bedeutung
Die Waha-Felder sind durch ein umfangreiches Pipelinenetz verbunden, das Rohöl zum strategisch wichtigen Sidra-Ölterminal und Gas zu Verarbeitungsanlagen transportiert. Diese Infrastruktur bildet das Rückgrat der geplanten Produktionsausweitung und unterstreicht die zentrale Rolle des Projekts für Libyens Energiesektor.
Weitere internationale Partnerschaften
Parallel zum Hauptabkommen unterzeichnete die Regierung während des Libyen Energie- und Wirtschaftsgipfels in Tripolis zusätzliche Vereinbarungen. Eine Absichtserklärung mit dem US-Ölkonzern Chevron sowie ein Kooperationsabkommen mit dem ägyptischen Ölministerium wurden geschlossen. Premierminister Dbeibah betonte, dass diese Abkommen "die Stärkung der Beziehungen Libyens zu seinen größten und einflussreichsten internationalen Partnern im globalen Energiesektor" widerspiegeln.
Erste Ausschreibungsrunde seit 17 Jahren
Ein weiterer Meilenstein wurde auf dem Gipfel angekündigt: Masoud Suleman, amtierender Vorsitzender der National Oil Corporation, erklärte, dass die Ergebnisse der ersten libyschen Ausschreibungsrunde zur Ölexploration seit mehr als 17 Jahren am 11. Februar bekannt gegeben werden.
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Zur AktienanalyseHerausforderungen bleiben bestehen
Trotz dieser positiven Entwicklungen bleibt die Investitionslandschaft in Libyen schwierig. Das nordafrikanische Land, einer der größten Ölproduzenten Afrikas und OPEC-Mitglied, befindet sich seit dem Sturz von Muammar Gaddafi 2011 in einem anhaltenden Zustand politischer Instabilität. Ausländische Investoren zeigen sich zurückhaltend, und Streitigkeiten zwischen bewaffneten rivalisierenden Fraktionen über Öleinnahmen haben in der Vergangenheit wiederholt zu Stilllegungen von Ölfeldern geführt.
Das neue Abkommen könnte jedoch ein Signal für eine mögliche Stabilisierung und verstärkte internationale Zusammenarbeit im libyschen Energiesektor sein.


