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Li Qiang mahnt objektive Sicht auf Chinas Wirtschaft an

Angesichts nachlassender Dynamik fordert Chinas Ministerpräsident stärkere antizyklische Steuerung und Stabilisierung der Inlandsnachfrage.

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Li Qiang mahnt objektive Sicht auf Chinas Wirtschaft an

Chinas Ministerpräsident Li Qiang hat am Montag ein „umfassendes und objektives Verständnis" der aktuellen Wirtschaftslage gefordert. Laut dem staatlichen Sender CCTV äußerte er sich bei einem Treffen mit Experten und Unternehmern – und das zu einem Zeitpunkt, an dem die wirtschaftliche Dynamik der Volksrepublik spürbar nachlässt. Die Aussagen kommen wenige Tage vor der Veröffentlichung wichtiger Konjunkturdaten.

Die chinesische Regierung wird in der kommenden Woche die BIP-Zahlen für das zweite Quartal 2025 bekanntgeben. Von Reuters befragte Analysten erwarten, dass sich das Wachstum auf 4,5 Prozent verlangsamt hat – nach 5,0 Prozent im ersten Quartal. Damit würde China am unteren Ende seines offiziellen Jahresziels von 4,5 bis 5,0 Prozent landen.

Li betont Bedeutung der zweiten Jahreshälfte

Li Qiang machte deutlich, dass die Wirtschaftsarbeit in der zweiten Jahreshälfte direkt mit dem Erreichen des jährlichen Wachstumsziels verknüpft sei. „Es ist wichtig, die aktuelle wirtschaftliche Lage umfassend und objektiv zu betrachten – die erzielten Erfolge voll anzuerkennen und gleichzeitig die Probleme klar im Blick zu behalten", wurde er von CCTV zitiert. Er rief zudem dazu auf, an der strategischen Entschlossenheit bei der Verfolgung einer qualitativ hochwertigen Entwicklung festzuhalten.

Der Ministerpräsident forderte außerdem, die antizyklische Steuerung zu verstärken. Bestehende Maßnahmen sollen vollumfänglich und effektiv genutzt werden, während zusätzliche Schritte im Voraus geprüft und vorbereitet werden sollen, um die wirtschaftliche Dynamik zu festigen. Besonders betont wurde dabei die Stabilisierung der Beschäftigung sowie die Freisetzung des Potenzials der Inlandsnachfrage.

Investoren warten auf Politbüro-Sitzung

Für Investoren rückt nun eine für Ende Juli erwartete Sitzung des Politbüros in den Fokus. Von diesem Treffen erhoffen sich Marktteilnehmer konkrete Hinweise auf neue Konjunkturmaßnahmen, die die Wirtschaftspolitik für den Rest des Jahres bestimmen könnten. Analysten rechnen jedoch nicht mit aggressiven Schritten – es sei denn, das Wachstum verlangsamt sich noch deutlich stärker als erwartet.

Für deutsche Anleger und Unternehmen mit China-Engagement sind diese Entwicklungen von erheblicher Bedeutung. China ist einer der wichtigsten Handelspartner Deutschlands, und eine schwächelnde chinesische Binnennachfrage trifft exportorientierte Branchen wie den Maschinenbau, die Automobilindustrie und die Chemiebranche direkt. Die Signale aus Peking deuten darauf hin, dass die Führung zwar handlungsbereit ist, aber vorerst auf gezielte statt auf breit angelegte Konjunkturprogramme setzt.

Die kommenden Wochen dürften zeigen, ob Chinas Wirtschaft die Wachstumsziele aus eigener Kraft erreichen kann – oder ob Peking zu stärkeren Eingriffen gezwungen sein wird.

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