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Leqembi gegen Alzheimer: Wenn Lebensqualität wieder aufblüht

Ein Münchner Alzheimer-Patient zeigt: Das neue Medikament von Biogen und Eisai kann mehr als nur den Krankheitsverlauf verlangsamen.

Leqembi gegen Alzheimer: Wenn Lebensqualität wieder aufblüht

Ein vergessener Ausweis, ein verlegter Schlüssel – so begann die Geschichte von Heinz Lorenz. Vor drei Jahren erhielt der 72-jährige Münchner die Diagnose Alzheimer. Über sein Hobby, die Astronomie, kann er noch ausführlich sprechen. Den Frühstückstisch zu decken hingegen fiel ihm schwer – zu viele Schritte, zu komplex.

Seit Dezember 2025 bekommt Lorenz das Medikament Leqembi, das die Pharmakonzerne Biogen aus den USA und Eisai aus Japan gemeinsam entwickelt haben. Einmal im Monat fährt er dafür zur Infusion ins Klinikum. Heilen lässt sich Alzheimer damit nicht – aber der Krankheitsverlauf lässt sich verzögern.

Was Leqembi wirklich bewirkt

Die kognitiven Verluste hat die Therapie nicht rückgängig gemacht, das Kurzzeitgedächtnis ist nicht zurückgekehrt. Und dennoch berichtet Gudruns Lorenz, die Ehefrau des Patienten, von einer spürbaren Veränderung: „Mein Mann hat wieder etwas von seiner früheren aktiven, lebendigen und emotional zugewandten Art zurückgewonnen. Auch sein Humor und seine Schlagfertigkeit blitzen wieder auf."

Für Anleger, die den Pharmamarkt beobachten, ist Leqembi mehr als eine medizinische Randnotiz. Biogen, an der Nasdaq gelistet, und der japanische Partner Eisai haben mit dem Wirkstoff Lecanemab ein Präparat auf den Markt gebracht, das in der Alzheimer-Forschung als Meilenstein gilt. Die Erkrankung betrifft weltweit Millionen Menschen – der potenzielle Markt ist entsprechend groß.

Lebensfreude als Maßstab

Der Fall von Heinz Lorenz verdeutlicht, wie vielschichtig der Nutzen eines Medikaments sein kann. Messbare klinische Parameter wie Gedächtnisleistung oder kognitive Tests erfassen nicht alles. Dass ein Patient seinen Humor zurückgewinnt, emotional wieder präsenter ist und mehr Freude am Leben zeigt – das sind Faktoren, die in Studien schwer zu quantifizieren sind, für Betroffene und ihre Familien aber enorm viel bedeuten.

Die Frage, wie viel Lebensqualität kosten darf, stellt sich damit nicht nur für Gesundheitssysteme und Kostenträger. Sie berührt auch die gesellschaftliche Debatte darüber, welchen Wert wir medizinischem Fortschritt beimessen – gerade bei einer Erkrankung, die so tief in die Persönlichkeit eines Menschen eingreift wie Alzheimer.

Für die Pharmaindustrie und Investoren bleibt Leqembi ein Präparat, das die Branche aufmerksam verfolgt. Ob und wie sich der kommerzielle Erfolg entwickelt, hängt nicht zuletzt davon ab, wie Gesundheitssysteme weltweit den Nutzen solcher Therapien bewerten und vergüten.

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