Lenovo stabilisiert Chipversorgung
Langfristdeals schützen vor Preisdruck im KI-bedingt angespannten Markt

Der anhaltende Nachfrageanstieg im Bereich der Künstlichen Intelligenz hat weltweit zu steigenden Preisen für Speicherchips geführt und die Lieferketten der Halbleiterindustrie unter Druck gesetzt. Lenovo reagierte darauf mit langfristigen Vereinbarungen zur Sicherung von Speicherchip-Lieferungen, um die Versorgungslage für das kommende Jahr zu stabilisieren. Das Unternehmen bestätigte, entsprechende Verträge mit großen Komponentenherstellern abgeschlossen zu haben. Die Führungsebene äußerte, dass damit eine ausreichende Belieferung im nächsten Jahr gewährleistet werde.
Der Preisanstieg auf dem globalen Chipmarkt wird hauptsächlich durch die Ausweitung der Serverkapazitäten von Rechenzentrumsbetreibern verursacht, die ihre Infrastruktur für KI-Anwendungen verstärken. Gleichzeitig verlagern große Produzenten wie Samsung Electronics ihre Fertigung stärker auf High Bandwidth Memory, der speziell in KI-Prozessoren zum Einsatz kommt. Diese Umpriorisierung führt zu einer geringeren Verfügbarkeit herkömmlicher Speicherchips, die in Smartphones, PCs und anderen Endgeräten verarbeitet werden. Auch andere Elektronikhersteller verweisen inzwischen auf höhere Kosten: Xiaomi machte kürzlich auf mögliche Preissteigerungen bei Smartphones im kommenden Jahr aufmerksam.
Lenovo präsentierte für das zweite Quartal einen Umsatz von 20,5 Milliarden US-Dollar, was einem Zuwachs von fünf Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Die Erwartungen der Analysten wurden damit leicht übertroffen. Die für den Konzern zentralen Geschäftsbereiche PCs, Tablets und Smartphones, die mehr als siebzig Prozent des Gesamtumsatzes ausmachen, verzeichneten mit einem Plus von 11,8 Prozent eine deutliche Erholung. Diese Entwicklung deutet auf eine Stabilisierung des globalen PC-Markts nach mehreren schwächeren Quartalen hin.
Die Sparte Digital Infrastructure Group, die unter anderem Serverlösungen für KI-Anwendungen beinhaltet, legte beim Umsatz um 24 Prozent zu. Trotz dieses Wachstums entstand ein operativer Verlust von 118 Millionen US-Dollar. Lenovo verwies auf steigende Investitionen in Infrastruktur und Kompetenzen im KI-Segment, die zu dieser Entwicklung beigetragen hätten.
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Zur AktienanalyseAn den Finanzmärkten reagierte die Lenovo-Aktie mit einem leichten Kursanstieg von 1,97 Prozent nach der Veröffentlichung der Zahlen. Seit Beginn des Jahres bleibt die Wertentwicklung dennoch negativ, da das Papier weiterhin 4,46 Prozent unter dem Jahresanfangsniveau liegt. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wurde die Aktie an Tradegate mit einem Plus von 0,09 Prozent zu einem Kurs von 1,086 Euro gehandelt.


