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Lenovo spaltet Medion auf und zieht sich zurück

Gründer Gerd Brachmann übernimmt wieder große Teile des Geschäfts

Lenovo spaltet Medion auf und zieht sich zurück

Der chinesische IT-Konzern Lenovo hat seine deutsche Tochter Medion nur wenige Monate nach der vollständigen Übernahme weitgehend wieder abgespalten. Während Lenovo künftig lediglich die Produktion und den Verkauf von Medion-PCs unter den Marken Medion und Erazer fortführt, wurde das übrige Geschäft in eine neue Gesellschaft ausgelagert. Dort wechseln nach Unternehmensangaben der Großteil der rund 950 Beschäftigten hin, während nur eine kleine Zahl der Mitarbeiter bei Lenovo verbleibt.

Eigentümer dieser neuen Medion GmbH ist mit Gerd Brachmann ein alter Bekannter. Der heute wieder ins Unternehmen zurückkehrende Unternehmer hatte Medion bereits 1983 gemeinsam mit einem Partner gegründet, damals noch unter dem Namen Brachmann & Linnemann oHG. 1998 brachte er den Essener Elektronikhändler an die Börse, wo die Firma durch den Verkauf günstiger PCs, vor allem über die Discounter-Kette Aldi, den Ruf einer Kultmarke erhielt.

2011 war Lenovo mit einem Übernahmeangebot von 13 Euro je Aktie bei Medion eingestiegen und hatte gleichzeitig Brachmanns Anteil übernommen. Über die Jahre baute der chinesische Konzern seine Beteiligung kontinuierlich aus und erreichte Ende 2024 schließlich einen Anteil von über 98 Prozent. In der Folge erfolgte ein Squeeze-out der verbliebenen Aktionäre, sodass Medion von der Börse genommen wurde. Das Abfindungsangebot lag bei 14,28 Euro je Aktie, womit Lenovo den Essener Elektronikhändler insgesamt mit rund 664 Millionen Euro bewertete.

Die Bewertung stand in deutlichem Kontrast zu den Höchstständen der frühen 2000er-Jahre, als die Medion-Aktie mehr als 60 Euro wert war. Brachmann, der sich seit dem Verkauf weitgehend aus der Öffentlichkeit zurückgezogen hatte, übernimmt nun mit der neuen Gesellschaft jene Bereiche des Geschäfts, die nicht die Sparte Computer umfassen. Dazu zählen Haushaltselektronik, TV- und Audiogeräte, Gesundheitsprodukte sowie weitere technische Geräte.

Über die konkreten Hintergründe für die Aufspaltung schweigen beide Seiten. Ebenso unklar bleibt, zu welchen Konditionen Brachmann die Teile seines ehemaligen Unternehmens zurückgekauft hat. Lenovo selbst bestätigt lediglich, dass der Fokus künftig auf den PC-Marken Medion und Erazer liegen werde, während alles andere in der neuen, von Lenovo unabhängigen Gesellschaft geführt wird.

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