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Lazard-Fondsmanager setzt auf Infrastruktur statt KI-Hype

Bertrand Cliquet von Lazard empfiehlt Straßen, Wasser und Funkmasten – und ignoriert bewusst den KI-Boom.

Lazard-Fondsmanager setzt auf Infrastruktur statt KI-Hype

Der Glanz von künstlicher Intelligenz und Rechenzentren zieht derzeit die meisten Investoren in seinen Bann. Doch Bertrand Cliquet von Lazard geht einen anderen Weg: Der Fondsmanager setzt konsequent auf klassische Infrastrukturanlagen wie Straßen, Brücken und Mobilfunktürme – und blendet den allgegenwärtigen KI-Hype dabei bewusst aus.

Hinter dieser Strategie steckt ein beachtliches Anlagevolumen. Das Lazard Global Listed Infrastructure Portfolio (GLIFX) verwaltet ein Vermögen von 12,3 Milliarden US-Dollar. Damit gehört es zu den schwergewichtigsten Infrastrukturfonds weltweit und unterstreicht, dass es durchaus institutionelles Interesse an dieser Anlageklasse gibt – auch wenn sie medial weit weniger Aufmerksamkeit erhält als Tech-Aktien.

Breites Spektrum an Infrastrukturanlagen

Die Investmentstrategie von Lazard umfasst vier zentrale Bereiche: Energie, Wasser, Transport und Kommunikation. Damit deckt der Ansatz ein breites Spektrum an realen Vermögenswerten ab, die für das Funktionieren moderner Gesellschaften unverzichtbar sind. Straßen und Brücken, Wasserversorgung, Mobilfunktürme und Energieinfrastruktur stehen im Mittelpunkt des Portfolios.

Neben dem etablierten GLIFX-Fonds betreibt Lazard auch den in Irland ansässigen Lazard Global Listed Infrastructure Equity Fund. Für Anleger, die einen flexibleren Zugang bevorzugen, hat das Unternehmen zudem den neueren Lazard Listed Infrastructure ETF (GLIX) aufgelegt. Dieser börsengehandelte Fonds ermöglicht es auch Privatanlegern, einfacher in das Segment der gelisteten Infrastrukturunternehmen zu investieren.

Gelistete Infrastruktur als eigene Anlageklasse

Der Begriff „Global Listed Infrastructure" bezeichnet Aktien von Unternehmen, die Infrastrukturanlagen besitzen oder betreiben und an Börsen gehandelt werden. Im Gegensatz zu direkten Infrastrukturinvestitionen – etwa über Private-Equity-Fonds – bieten gelistete Infrastrukturaktien eine höhere Liquidität und Transparenz. Für deutsche Privatanleger ist das ein wichtiger Vorteil, da der Einstieg über reguläre Wertpapierdepots möglich ist.

Die Herausforderung für Fondsmanager wie Cliquet besteht darin, Investoren von den langfristigen Vorzügen dieser Anlageklasse zu überzeugen – in einem Marktumfeld, das von kurzfristigen Technologiethemen dominiert wird. Infrastrukturanlagen gelten traditionell als defensiv, ertragsstabil und inflationsgeschützt, da viele Betreiber regulierte Einnahmen oder langfristige Verträge vorweisen können.

Ob Straßenmautbetreiber, Wasserversorger oder Betreiber von Mobilfunkmasten: Diese Unternehmen erwirtschaften oft verlässliche Cashflows, die unabhängig von Konjunkturzyklen fließen. Für Anleger, die Stabilität und Diversifikation suchen, kann das Segment der gelisteten Infrastruktur damit eine sinnvolle Ergänzung zu technologielastigen Portfolios darstellen.

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