Laserwaffen für Marineschiffe im Kampf gegen Drohnen
Rheinmetall und MBDA setzen auf kostengünstige Abwehrtechnologie mit ökonomischen Vorteilen

Die beiden Rüstungskonzerne Rheinmetall und MBDA haben sich zusammengeschlossen, um Laserwaffen zur Drohnenabwehr von Marineschiffen zu entwickeln. Diese Technologie soll künftig eine entscheidende Rolle bei der Verteidigung gegen Drohnenangriffe auf hoher See spielen. Die beiden Unternehmen haben bereits einen Kooperationsvertrag unterzeichnet und erste Prototypen erprobt. Getestet wurde eine Laserwaffe auf der deutschen Fregatte „Sachsen“ im Zeitraum von Juni 2022 bis September 2023. Während dieser Tests wurden mehr als 100 Schüsse abgegeben, um die Wirksamkeit der Waffe zu prüfen.
Militärexperten sehen in der Entwicklung von Laserwaffen eine vielversprechende Lösung, da sie deutliche ökonomische Vorteile bieten könnten. Im Vergleich zu herkömmlichen Raketenabwehrsystemen, die auf mechanischen Waffen basieren, liegen die Kosten pro Abschuss bei Laserwaffen wesentlich niedriger. So werden die Betriebskosten hauptsächlich durch den Stromverbrauch bestimmt, der auf den Schiffen mittels Dieselmotoren erzeugt wird. Das britische Verteidigungsministerium, das ebenfalls Laserwaffen von MBDA testet, schätzt die Kosten eines Abschusses auf rund zwölf US-Dollar. Dies ist im Vergleich zu den teureren Raketen ein erheblicher Vorteil, besonders wenn es um den Abwehrkampf gegen günstige Drohnen geht.
Ein aktuelles Beispiel für die Bedeutung dieser Technologie ist die Verteidigung gegen Drohnenangriffe der Huthi-Miliz im Roten Meer. Dort mussten sich Schiffe der deutschen Marine sowie der US-Streitkräfte mit Raketen verteidigen, die um ein Vielfaches teurer sind als die von der Miliz eingesetzten Drohnen. Auch im Konflikt zwischen der Ukraine und Russland spielen Drohnen und deren Abwehr eine zentrale Rolle, was die Notwendigkeit effizienter und kostengünstiger Abwehrsysteme weiter unterstreicht.
Neben Rheinmetall und MBDA arbeiten auch andere Rüstungsunternehmen weltweit an der Entwicklung von Laserwaffen zur Drohnenabwehr. In Südkorea hat Hanwha Aerospace eine Laserwaffe entwickelt, deren Abschusskosten laut Angaben der südkoreanischen Rüstungsbehörde nur etwa 1,35 US-Dollar betragen. Die südkoreanische Regierung hat bereits einen Auftrag zur Lieferung dieser Waffen an das Militär erteilt. Auch in den USA sind Unternehmen wie Raytheon und Lockheed Martin in der Entwicklung von Laserwaffen involviert.
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseDarüber hinaus entwickelt MBDA gemeinsam mit dem italienischen Rüstungskonzern Leonardo und der britischen Firma QinetiQ im Auftrag der britischen Regierung Laserwaffen für die Royal Navy. Ab 2027 sollen die ersten dieser Waffen auf britischen Kriegsschiffen zum Einsatz kommen.


