Larsen & Toubro verfehlt Gewinnerwartungen trotz Umsatzwachstum deutlich
Indiens größter Infrastrukturkonzern kämpft mit schwachen Auftragseingängen und neuen Arbeitsrechtsvorschriften.

Der indische Infrastrukturriese Larsen & Toubro (L&T) hat im dritten Geschäftsquartal die Gewinnerwartungen der Analysten deutlich verfehlt. Der konsolidierte Gewinn nach Steuern sank um 4,3 Prozent auf 32,15 Milliarden Rupien (349,84 Millionen Euro). Experten hatten mit 44,08 Milliarden Rupien gerechnet – eine Abweichung von über 27 Prozent.
Das Unternehmen, das als wichtiger Gradmesser für Indiens Infrastruktursektor gilt, leidet unter einer branchenweiten Abschwächung. Der Auftragseingang wuchs im Berichtsquartal nur noch um 17 Prozent, nachdem im Vorjahresquartal ein Rekordwachstum von 53 Prozent erreicht worden war. Zudem ging der Anteil internationaler Aufträge von 53 auf 49 Prozent zurück.
Besonders belastend wirkte eine Sonderrückstellung von 17,91 Milliarden Rupien. Diese einmalige Belastung steht im Zusammenhang mit höheren Rückstellungen für Arbeitnehmerleistungen nach Einführung neuer indischer Arbeitsgesetze. Ohne diese außerordentliche Position hätte das Ergebnis deutlich besser ausgesehen.
Schwaches Inlandsgeschäft bremst Wachstum
Der Umsatz stieg zwar um 10,5 Prozent auf 714,5 Milliarden Rupien, blieb aber ebenfalls hinter den Erwartungen von 739,13 Milliarden Rupien zurück. Das inländische Ingenieur- und Baugeschäft entwickelte sich schwach, da sich Genehmigungsverfahren verzögerten und Probleme bei der Landbeschaffung fortbestehen.
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Zur AktienanalyseLaut dem indischen Industrieverband für Baumaschinen ICEMA schränken zudem knappe Finanzmittel auf Landesebene die Auftragsvergabe ein. Dies trifft L&T besonders hart, da das Unternehmen aufgrund seiner Größe und Projektvielfalt stark von der Entwicklung des heimischen Infrastruktursektors abhängt.
Trotz der aktuellen Herausforderungen verfügt Larsen & Toubro weiterhin über einen gesunden und diversifizierten Auftragsbestand. Das Unternehmen konnte auch in diesem Quartal ausgewählte inländische Infrastrukturprojekte für sich gewinnen und bleibt damit ein zentraler Akteur im indischen Bausektor.


