Lantheus prüft Verkauf: Curium Pharma bietet rund 7 Milliarden Dollar
Der Radiopharmazeutika-Spezialist Lantheus Holdings prüft einen Verkauf nach einem Übernahmeangebot von Curium Pharma.

Das auf Radiopharmazeutika spezialisierte US-Unternehmen Lantheus Holdings steht laut einem Bericht von Bloomberg News vor einem möglichen Verkauf. Auslöser ist ein Übernahmeangebot des Nuklearmedizin-Unternehmens Curium Pharma, das Lantheus mit rund 7 Milliarden US-Dollar bewertet. Die Nachricht ließ die Aktie im nachbörslichen Handel um fast 2 Prozent fallen.
Laut dem Bloomberg-Bericht, der sich auf mit der Angelegenheit vertraute Personen beruft, befinden sich beide Unternehmen bereits in aktiven Gesprächen. Ein potenzielles Geschäft könnte demnach in wenigen Wochen abgeschlossen werden. Eine endgültige Entscheidung sei jedoch noch nicht gefallen, und es gebe keine Garantie, dass die Verhandlungen tatsächlich in einer Transaktion münden. Lantheus selbst lehnte eine Stellungnahme ab, Curium reagierte nicht auf eine Anfrage von Reuters.
Lantheus weist derzeit eine Marktkapitalisierung von rund 6,15 Milliarden US-Dollar auf. Das Übernahmeangebot von Curium würde damit eine deutliche Prämie gegenüber dem aktuellen Börsenwert bedeuten – ein klassisches Signal für das ernsthafte Interesse des Bieters.
Curium Pharma und der Hintergrund des Deals
Curium Pharma ist ein auf Nuklearmedizin spezialisiertes Unternehmen, das sich im Besitz des Finanzinvestors CapVest Partners befindet. Curium selbst wurde im vergangenen Jahr mit rund 7 Milliarden US-Dollar bewertet, als CapVest Partners Mittel für ein sogenanntes Continuation Vehicle – einen Fortführungsfonds – für das Unternehmen aufnahm. Eine Übernahme von Lantheus würde Curium zu einem der bedeutendsten Akteure im wachsenden Markt für Radiopharmazeutika machen.
Radiopharmazeutika sind radioaktiv markierte Substanzen, die in der Medizin sowohl zur Diagnose als auch zur Behandlung von Krebserkrankungen eingesetzt werden. Der Sektor erlebt weltweit ein starkes Wachstum, da zielgerichtete nuklearmedizinische Therapien zunehmend als vielversprechende Behandlungsoption gelten.
Starke Quartalszahlen, aber offene Führungsfrage
Lantheus hatte erst Anfang Mai die Erwartungen der Analysten beim bereinigten Gewinn im ersten Quartal übertroffen. Treiber war die starke Nachfrage nach dem unternehmenseigenen Bildgebungsmittel für Krebserkrankungen. Interims-CEO Mary Heino kommentierte die Lage während der Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen: „2026 ist ein Jahr der kommerziellen Umsetzung und regulatorischer Meilensteine. Wir treffen bewusste Entscheidungen darüber, worauf wir unsere kommerziellen Bemühungen konzentrieren und wie wir Kapital einsetzen, damit wir so aufgestellt sind, dass wir 2026 solide Ergebnisse liefern und das Wachstum 2027 beschleunigen können."
Trotz der positiven Quartalsergebnisse bestätigte Lantheus lediglich seine bestehende Gewinnprognose für das Gesamtjahr. Laut einem Analysten von William Blair räumte das Unternehmen ein, dass eine Anhebung der Prognose überfällig sei – diese werde jedoch erst nach der Ernennung eines dauerhaften CEO erfolgen. Die Führungsfrage bleibt damit ein offener Punkt, der auch im Kontext möglicher Übernahmegespräche Bedeutung hat.
Regulatorische Meilensteine stehen bevor
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Zur AktienanalyseAuf regulatorischer Seite gibt es für Lantheus mehrere wichtige Entwicklungen. Die US-Arzneimittelbehörde FDA verlängerte im März die Prüfung des diagnostischen Bildgebungskits LNTH-2501 um drei Monate, um mehr Zeit für die Bewertung herstellungsbezogener Informationen zu haben. Eine Entscheidung wird nun bis zum 29. Juni erwartet.
Positiv zu vermerken ist, dass die FDA im März bereits eine neue Formulierung des Prostatakrebs-Bildgebungsmittels Pylarify genehmigte. Diese neue Formulierung zielt darauf ab, den Zugang zu Untersuchungen durch eine erhöhte Produktionskapazität zu erweitern – ein strategisch wichtiger Schritt für das Wachstum des Unternehmens.
Für Anleger bleibt die Situation bei Lantheus damit vielschichtig: Ein potenziell attraktives Übernahmeangebot trifft auf ein Unternehmen in einer Übergangsphase der Führung, mit anstehenden regulatorischen Entscheidungen und einem wachstumsstarken Kerngeschäft.


