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Lagarde warnt: Nahost-Krieg gefährdet Wachstum und Inflation der Eurozone

EZB-Chefin Christine Lagarde sieht im Nahost-Konflikt erhebliche Aufwärtsrisiken für die Inflation und Abwärtsrisiken für das Wirtschaftswachstum.

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Lagarde warnt: Nahost-Krieg gefährdet Wachstum und Inflation der Eurozone

EZB-Präsidentin Christine Lagarde hat vor den wirtschaftlichen Folgen des Krieges im Nahen Osten gewarnt. Vor dem Internationalen Währungs- und Finanzausschuss des IWF erklärte sie: „Der Krieg im Nahen Osten hat die Aussichten deutlich unsicherer gemacht und birgt Aufwärtsrisiken für die Inflation sowie Abwärtsrisiken für das Wirtschaftswachstum." Die Aussagen spiegeln weitgehend ihre Kommentare nach der geldpolitischen Sitzung der EZB im vergangenen Monat wider.

Besonders die Energiepreise stehen im Fokus der Sorgen. „Er wird durch höhere Energiepreise erhebliche Auswirkungen auf die kurzfristige Inflation haben", so Lagarde. Geopolitische Konflikte treiben erfahrungsgemäß die Rohölpreise in die Höhe, was sich direkt auf die Verbraucherpreise in der Eurozone auswirkt – ein Szenario, das die EZB bereits aus der Energiekrise infolge des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine kennt.

Zinsdebatte ohne neue Signale

Innerhalb der EZB wird laut Lagarde darüber debattiert, ob die Zinssätze angehoben werden sollten, um zu verhindern, dass ein energiegetriebener Inflationsschock eine Inflationsspirale auslöst. Handlungsbedarf wird derzeit jedoch nicht als dringlich eingestuft. Lagarde gab bei ihrem IWF-Auftritt keine neuen geldpolitischen Signale und wiederholte ihr bekanntes Mantra: Entscheidungen werden von Sitzung zu Sitzung auf Grundlage der eingehenden Daten getroffen, ohne dass sich die EZB im Voraus auf einen bestimmten Pfad festlegt.

Die Märkte haben eine Zinserhöhung im April bereits größtenteils ausgepreist. Dennoch rechnen Investoren weiterhin mit einem Zinsschritt um die Jahresmitte, während eine zweite Erhöhung gegen Ende des Jahres nahezu vollständig eingepreist ist. Diese Markterwartungen zeigen, dass Anleger trotz der Unsicherheiten mittelfristig von einer strafferen Geldpolitik ausgehen.

Mehrere Belastungsfaktoren für die Eurozone

Neben dem Nahost-Konflikt verwies Lagarde auf weitere Wachstumsrisiken für die Eurozone. Dazu zählen die strafferen globalen Finanzierungsbedingungen, Handelskonflikte sowie andere geopolitische Spannungen – einschließlich des anhaltenden russischen Krieges in der Ukraine. Die Kombination dieser Faktoren erhöht die Komplexität der geldpolitischen Lage für die Europäische Zentralbank erheblich.

Die EZB-Präsidentin betonte abschließend die Bedeutung einer datengetriebenen Vorgehensweise: „Wir beobachten die Situation genau, und die in der kommenden Zeit eingehenden Informationen werden uns helfen, die Auswirkungen des Krieges auf die Inflationsaussichten zu bewerten." Für Anleger und Märkte bedeutet dies, dass die nächsten Konjunktur- und Inflationsdaten aus der Eurozone besonders genau beobachtet werden dürften, um Hinweise auf den künftigen Zinskurs der EZB zu erhalten.

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