L3Harris verfehlt Quartalsziele: Regierungsstillstand belastet Rüstungskonzern
US-Shutdown verzögerte Verträge und drückte Umsatz des Rüstungsunternehmens unter Analystenerwartungen.

Der US-Rüstungskonzern L3Harris Technologies hat die Umsatzerwartungen der Wall Street für das vierte Quartal verfehlt. Hauptgrund war der verlängerte Regierungsstillstand in den USA, der die Vergabe wichtiger Verträge verzögerte und die Beschaffungsaktivitäten des Militärs unterbrach. Die Aktie des Unternehmens fiel im vorbörslichen Handel um 5 Prozent.
Der Shutdown dauerte 43 Tage und endete erst im November – der längste in der Geschichte der USA. Besonders betroffen war das Geschäft mit Raumfahrtsystemen, das zusätzlich durch geringere Volumina in geheimen Aufklärungs- und Cyberprogrammen gebremst wurde. CEO Christopher Kubasik hatte bereits im Oktober gewarnt, dass der Stillstand auch internationale Exportlizenzen und Geldeingänge verlangsame.
Der Gesamtumsatz belief sich im vierten Quartal auf 5,65 Milliarden Dollar – ein mageres Plus von nur 2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Analysten hatten laut LSEG mit 5,78 Milliarden Dollar gerechnet. Auch das Geschäft mit zivilen Kommunikationsprodukten enttäuschte, konnte aber teilweise durch Gewinne bei elektronischer Kriegsführung ausgeglichen werden.
Handelskrieg belastet Branche zusätzlich
Neben dem Regierungsstillstand setzte der Handelskrieg von US-Präsident Donald Trump der gesamten Rüstungsbranche zu. Die komplexen Fertigungsabläufe leiden unter den Zöllen, die ohnehin angespannte Lieferketten zusätzlich belasten. Der Branchenkollege RTX bezifferte seinen Schaden durch Zollauswirkungen im Jahr 2025 auf 600 Millionen Dollar.
Für 2026 prognostiziert L3Harris einen Umsatz zwischen 23 und 23,5 Milliarden Dollar, was in etwa den Analystenerwartungen von 23,33 Milliarden entspricht. Allerdings enthält diese Prognose noch die Finanzdaten des Raumfahrttechnologiegeschäfts, an dem das Unternehmen im Januar eine 60-Prozent-Beteiligung an AE Industrial Partners verkauft hat.
Die Transaktion soll in der zweiten Jahreshälfte 2026 abgeschlossen werden. Danach wird L3Harris seine Prognose aktualisieren müssen, was den Umsatz potenziell belasten könnte. Gleichzeitig kündigte das Unternehmen Anfang Januar eine ungewöhnliche Partnerschaft mit dem Kriegsministerium an: Die Regierung investiert 1 Milliarde Dollar in das Raketenmotorengeschäft von L3Harris.
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