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Kupferpreis steigt um 52%: Drei Faktoren treiben Rallye

Der Kupferpreis ist innerhalb eines Jahres von 8.700 auf über 13.000 US-Dollar pro Tonne gestiegen. Bernstein-Analyst Bob Brackett identifiziert drei Haupttreiber für den historischen Preisanstieg.

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Kupferpreis steigt um 52%: Drei Faktoren treiben Rallye

Die Kupferpreise haben in den vergangenen zwölf Monaten eine beeindruckende Rallye hingelegt. Von etwa 8.700 US-Dollar pro Tonne Anfang 2025 kletterte der Preis auf ein Allzeithoch von über 13.000 US-Dollar im Januar 2026 – ein Plus von 52 Prozent. Laut Bob Brackett, Analyst beim Investmenthaus Bernstein, ist dieser Anstieg auf eine Kombination aus physischen, finanziellen und politischen Faktoren zurückzuführen.

Angebotsengpässe belasten den Markt

Ein wesentlicher Preistreiber waren Produktionsstörungen in wichtigen Kupferminen weltweit. Brackett verweist auf operative Probleme in bedeutenden Förderanlagen wie Kamoa-Kakula und Grasberg. Diese Störungen haben das globale Angebot verknappt und die Preise nach oben getrieben.

Finanzspekulation verstärkt den Aufwärtstrend

Als zweiten Faktor identifiziert der Analyst die verstärkte Spekulation an den Finanzmärkten. Die Netto-Futures-Positionierung liegt derzeit auf einem erhöhten Niveau, was zusätzlichen Preisdruck erzeugt. Spekulanten setzen offenbar auf weiter steigende Notierungen.

US-Zölle lösen Lagerhaltungs-Boom aus

Der prominenteste Treiber ist jedoch der massive Lagerbestandsaufbau in den USA. Händler reagieren damit auf drohende US-Zölle auf raffiniertes Kupfer, die ab Januar 2027 voraussichtlich 15 Prozent betragen und bis Januar 2028 möglicherweise auf 30 Prozent steigen könnten. "Infolgedessen wird an der CME notiertes Kupfer über alle Laufzeiten hinweg mit einem erheblichen Aufschlag gegenüber an der LME notiertem Kupfer gehandelt", schreibt Brackett.

Diese Preisdifferenz zwischen den Börsen schafft Arbitragechancen und Anreize für Importe in die USA. Seit April 2025 sind die Comex-Lagerbestände um 300.000 Tonnen gestiegen – ein deutliches Zeichen für die vorauseilende Bevorratung.

Zölle wirtschaftlich fragwürdig

Bernstein hält die geplanten Zölle für wenig sinnvoll. Die USA importieren etwa die Hälfte ihres Kupferbedarfs, wobei mehr als 90 Prozent aus Chile, Kanada und Peru stammen. Ein Zoll von 15 Prozent würde die Importrechnung um etwa 1,35 Milliarden US-Dollar erhöhen. Gleichzeitig ist die globale Schmelzkapazität überversorgt und die Wirtschaftlichkeit schlecht, was große neue US-Investitionen unwahrscheinlich macht.

Chile-Abkommen als Alternative

Als realistischere Lösung sieht Brackett ein potenzielles Kupferabkommen mit Chile. Zollbefreiungen für chilenisches Kupfer könnten die Preisdifferenz zwischen LME und Comex beenden, da US-Käufer dann nicht mehr bereit wären, erhöhte Prämien zu zahlen. Chile produzierte 2024 etwa 5,5 Millionen Tonnen Kupfer und verfügt über eine Schmelzkapazität von mehr als einer Million Tonnen – ausreichend für die US-Bedürfnisse.

Warnung vor überhöhten Preisen

Brackett warnt jedoch vor den aktuellen Preisniveaus. Kupfer wird derzeit mit einem erheblichen Aufschlag auf die Grenzkosten gehandelt. Bei Lagerbeständen, die etwa neun Tagen der Nachfrage entsprechen, liegen die Preise geschätzt 121 Prozent über den Grenzkosten. Historisch gesehen haben Käufe zu derart erhöhten Prämien durchschnittlich negative langfristige Renditen erbracht, auch wenn kurzfristige Gewinne weiterhin möglich sind.

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