Kupferpreis steigt auf Rekordhoch – Investoren zweifeln an Nachhaltigkeit
London Metal Exchange meldet historischen Anstieg auf 14.527 Dollar pro Tonne binnen eines Tages.

Der Kupferpreis hat am Donnerstag einen spektakulären Sprung hingelegt und dabei die Marke von 14.000 Dollar pro metrische Tonne durchbrochen. An der London Metal Exchange (LME) kletterte das rote Metall um 11 Prozent auf einen Rekordwert von 14.527,50 Dollar – der stärkste Tagesgewinn seit November 2008. Doch die Euphorie wird von wachsenden Zweifeln überschattet, ob dieser Höhenflug von Dauer sein kann.
Getrieben wurde die Rally vor allem von Spekulanten, die durch ihre Käufe eine selbstverstärkende Dynamik auslösten. Besonders das sogenannte Short-Covering spielte eine entscheidende Rolle: Investoren, die auf fallende Kurse gewettet hatten, mussten ihre Positionen unter Verlusten schließen und trieben den Preis dadurch weiter nach oben. Viele dieser bärisch eingestellten Marktteilnehmer waren zuvor davon ausgegangen, dass die hohen Preise angesichts voller Lager und schwacher physischer Nachfrage nicht zu halten seien.
Trotz der beeindruckenden Zahlen mehren sich die Warnzeichen. Anders als Gold, das ebenfalls Rekordhöhen erreicht hat, ist Kupfer stark von der industriellen Nachfrage abhängig – und diese beginnt bereits zu bröckeln. "Wenn die Dinge exponentiell verlaufen, ziehen sich viele Banken aufgrund ihrer Risikotoleranz zurück", erklärt Dan Smith, Managing Director bei Commodity Market Analytics. "Die Volatilität macht den Handel einfach brutal."
Schwache Nachfrage in China dämpft Optimismus
Besonders aufschlussreich ist die Situation in China, dem weltweit größten Metallverbraucher. Dort zeigt sich ein deutliches Missverhältnis zwischen Futures-Preisen und der Realität am physischen Markt. Der Kassamarkt notiert mittlerweile mit einem Abschlag von 170 Yuan pro Tonne gegenüber den Futures an der Shanghai Futures Exchange (SHFE) – ein deutlicher Kontrast zum 15. Januar, als noch ein Aufschlag von 200 Yuan zu verzeichnen war.
Diese Entwicklung deutet darauf hin, dass chinesische Abnehmer bei den aktuellen Preisniveaus zurückhaltend sind. "Ich glaube nicht, dass 14.000 Dollar zum jetzigen Zeitpunkt nachhaltig ist", sagt eine Handelsquelle, die anonym bleiben möchte. "Obwohl man nie weiß, wie hoch es noch steigen könnte, denke ich, dass eine Korrektur bevorsteht."
Mondneujahr könnte Wendepunkt markieren
Alastair Munro, Senior Base Metals Strategist beim Broker Marex, sieht Parallelen zur Rally von 2004 bis 2006, als China im Zuge seiner Industrialisierung massiv Kupfer kaufte. Damals folgte auf ähnliche Bewegungen ab dem 6. Februar 2006 ein deutlicher Rückgang. Die bevorstehende Handelspause zum chinesischen Mondneujahr könnte nach Einschätzung von Experten der Katalysator für eine Korrektur sein.
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Zur AktienanalyseDie SHFE wird am 13. Februar keine Abendsitzung mehr abhalten und bleibt bis zum 24. Februar geschlossen. "In diesem Fall überstehen wir das Monatsende und diese Geldflüsse und legen dann eine Pause ein", so Munro. Die Frage für Investoren lautet nun: Ist es klug, der Rally weiter nachzujagen, oder sollte man auf günstigere Einstiegskurse warten?
Viele institutionelle Anleger dürften sich angesichts der extremen Volatilität zurückziehen, was den Markt noch anfälliger für Schwankungen macht. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob der Kupferpreis sein hohes Niveau halten kann oder ob die Warnungen vor einer Nachfragestörung berechtigt sind.


