Kupfermarkt im Bann drohender US-Zölle
Händler kämpfen mit Unsicherheit, Arbitrage-Chancen und knappen Lieferzeiten

Der Kupfermarkt steht seit der Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, die Einfuhr von Kupfer untersuchen zu lassen, unter dem Eindruck möglicher Importzölle. Seit Februar versucht der Markt, möglichst viel physisches Kupfer vor Inkrafttreten der Zölle in die USA zu bringen. Es gilt als nahezu sicher, dass diese Zölle kommen werden. Unklar bleibt jedoch, in welcher Höhe und zu welchem Zeitpunkt sie tatsächlich verhängt werden. Derzeit gehen viele Marktteilnehmer von einem Zollsatz von 25 Prozent aus, wie er bereits bei Stahl und Aluminium angewendet wurde. Die Frist für die sogenannte Section-232-Untersuchung liegt regulär bei 270 Tagen. Allerdings verdichten sich Hinweise darauf, dass die Entscheidung früher fallen könnte.
Die Unsicherheit hat den Kupferpreis stark beeinflusst. Der Spotpreis an der US-Börse CME erreichte am 26. März mit 5,277 US-Dollar je Pfund ein neues Rekordhoch und übertraf damit den bisherigen Höchststand vom Mai 2024. An der London Metal Exchange (LME) hingegen blieb der Preis mit 10.100 US-Dollar pro Tonne unter dem damaligen Spitzenwert. Die Differenz zwischen US-Preisen und internationalen Notierungen wuchs auf über 1.600 US-Dollar pro Tonne, nachdem Berichte über eine baldige Einführung der Zölle die Runde machten. Bereits zum Zeitpunkt der Ankündigung hatte der Handelsberater des Weißen Hauses, Peter Navarro, betont, dass die Untersuchung „in Trump-Zeit“ abgeschlossen werde. Was das genau bedeutet, lässt die Marktteilnehmer nun rätseln.
Handelshäuser wie Mercuria schätzen, dass bis zu 500.000 Tonnen physisches Kupfer aktuell auf dem Weg in die USA sein könnten, um von der Arbitrage-Situation zu profitieren. Doch die Zeit könnte knapp werden. Die Liste der von der CME akzeptierten Kupfermarken ist relativ begrenzt, was den Umlauf erschwert. Zudem sind die Lagerbestände an der LME seit Februar von 258.425 auf 106.900 Tonnen geschrumpft, wobei ein Großteil der verbleibenden Bestände bereits für den Abtransport vorgesehen ist. Da sich unter diesen Beständen viel chinesisches und russisches Metall befindet, ist fraglich, wie viel davon tatsächlich in die USA geliefert werden kann.
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Zur AktienanalyseDie Meinungen über die weitere Entwicklung des Kupfermarktes gehen auseinander. Während Goldman Sachs weiterhin steigende Preise erwartet, haben Citi und BNP Paribas ihre Prognosen gesenkt. Die Befürchtung ist, dass ein früher als erwarteter Zollstart die Arbitrage beendet und die Preise abrupt fallen lässt. Der Ausgang bleibt ungewiss, denn auch der Kupfermarkt wartet weiterhin auf Klarheit über die US-Zollpolitik.


