Kupfer nähert sich Rekordhoch – globale Versorgungsrisiken steigen
Kupfer erreicht $14.196 pro Tonne an der LME und verzeichnet den achten Gewinntag in Folge.

Kupfer hat seine Gewinne auf über $14.000 pro Tonne ausgeweitet und nähert sich damit dem Allzeithoch von $14.527,50, das Anfang des Jahres an der London Metal Exchange (LME) erreicht wurde. Das Industriemetall legte den achten Handelstag in Folge zu und notierte zuletzt bei $14.196,50 pro Tonne. Treiber dieser Rallye sind zunehmende Versorgungsrisiken durch weltweite Minenunterbrechungen sowie eine robuste Nachfrage aus China.
Ein besonders kritischer Faktor ist ein Engpass bei Schwefellieferungen aus dem Nahen Osten. Dieser gefährdet die Produktionsaussichten einiger Minen in Afrika und verschärft bestehende Störungen an anderen wichtigen Standorten weltweit. Die Kombination aus mehreren gleichzeitigen Versorgungsproblemen und einer soliden Nachfrage sorgt für erheblichen Aufwärtsdruck auf den Kupferpreis.
Chinas Nachfrage als stabiler Anker
Die Kupfernachfrage erweist sich trotz der globalen Unsicherheiten als widerstandsfähig. Haupttreiber ist China als weltgrößter Kupferverbraucher, wo ein robuster Konsum in den Bereichen Stromnetze, erneuerbare Energien und künstliche Intelligenz zu verzeichnen ist. Li Xuezhi, Forschungsleiter bei Chaos Ternary Futures Co., sieht in der Vielzahl an Versorgungsproblemen kombiniert mit solider Nachfrage den Grund für eine spürbare Erholung der Industriemetalle – auch begünstigt durch nachlassende Sorgen über einen Krieg mit dem Iran.
In China selbst haben sich die Rohstoffengpässe in den Minen verschärft und beginnen nun, die Produktion von raffiniertem Metall zu beeinträchtigen. Die Produktion von raffiniertem Kupfer belief sich im April auf 1,05 Millionen Tonnen – ein Rückgang von 3 Prozent gegenüber März. Laut Beijing Antaike Information Co. sanken die Gebühren für die Konzentratverarbeitung weiter, während Rechnungsbeschränkungen das Angebot an Schrott als Ausgangsmaterial verknappten. Für den Mai wird aufgrund von Wartungsarbeiten in den Schmelzhütten ein weiterer Produktionsrückgang erwartet.
US-Zölle treiben Comex-Preis auf Rekordhoch
An der New Yorker Rohstoffbörse Comex stiegen die Kupfer-Futures auf ein Rekordhoch von $6,69 pro Pfund. Der Aufschlag gegenüber dem LME-Preis weitete sich damit auf über $500 pro Tonne aus. Hintergrund ist die Erwartung, dass die USA Zölle auf Importe von raffiniertem Kupfer erheben werden. Diese Aussicht lockt raffiniertes Kupfer in die USA, während die Bestände an anderen Standorten weltweit schrumpfen.
Die US-Handelsministerin soll bis zum 30. Juni einen aktualisierten Bericht über den heimischen Kupfermarkt vorlegen. Dies ist Teil einer umfassenderen Initiative zur Stärkung der heimischen Versorgung mit einem Metall, das für die weltweit zunehmende Elektrifizierung als unverzichtbar gilt.
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Zur AktienanalyseGesamter Basismetallsektor im Aufwind
Kupfer ist nicht das einzige Metall, das von der aktuellen Marktdynamik profitiert. Auch andere Basismetalle legten zu: Aluminium stieg um 0,3 Prozent auf $3.574 pro Tonne, während Zinn um 0,5 Prozent auf $55.070 kletterte. Kupfer selbst notierte bis 11:06 Uhr Shanghaier Zeit mit einem Plus von 0,5 Prozent bei $14.099 pro Tonne.
Für deutsche Anleger und Industrieunternehmen ist die Entwicklung am Kupfermarkt von besonderer Bedeutung: Als zentraler Rohstoff für Elektromobilität, Energiewende und Digitalisierung beeinflusst der Kupferpreis die Kosten in zahlreichen Schlüsselbranchen der deutschen Wirtschaft – von der Automobilindustrie bis zum Maschinenbau.


