Kuaishou kassiert Millionenstrafe wegen Verstößen im E-Commerce-Geschäft
Chinas Marktaufsicht verhängt 3,8 Millionen Dollar Bußgeld gegen die Plattform wegen Produktfälschungen und irreführendem Marketing.

Die chinesische Marktaufsichtsbehörde hat gegen Kuaigou, die E-Commerce-Sparte des Video-App-Betreibers Kuaishou, eine Geldstrafe in Höhe von 3,8 Millionen US-Dollar verhängt. Die Staatliche Verwaltung für Marktregulierung (SAMR) wirft dem Unternehmen schwerwiegende Verstöße gegen Verbraucherschutzbestimmungen vor.
Laut der am Freitag veröffentlichten Erklärung der Behörde habe Kuaigou "unangemessene" Gebühren erhoben und es versäumt, Verbraucher angemessen zu schützen. Zudem habe das Unternehmen keine ausreichenden Maßnahmen gegen auf der Plattform verkaufte Produktfälschungen ergriffen und falsche oder irreführende Marketingpraktiken ermöglicht.
Das Bußgeld ist das Ergebnis einer umfassenden Untersuchung, die die SAMR bereits im September 2025 eingeleitet hatte. Im Fokus standen dabei "illegale und irreguläre Vorkommnisse wie irreführendes Marketing und Produktfälschungen" im wachsenden Bereich des Live-Streaming-E-Commerce. Kuaishou gehört zu den führenden Anbietern in diesem Segment, das in China stark expandiert.
Schwere Vorwürfe gegen die Plattform
Die Liste der Verstöße ist umfangreich: Das Unternehmen habe "illegale Werbung" veröffentlicht und notwendige Informationen nicht offengelegt. Besonders gravierend ist der Vorwurf, dass Kuaigou Dienstleistungen "für den illegalen Verkauf oder Kauf von Wildtieren und deren Produkten oder verbotenen Jagdwerkzeugen" bereitgestellt habe. Dies verstößt gegen strenge chinesische Naturschutzgesetze.
In einer noch am selben Freitag veröffentlichten Stellungnahme zeigte sich Kuaigou einsichtig. Man "akzeptiere die Entscheidung und Strafe der Aufsichtsbehörde aufrichtig und werde diese entschlossen befolgen", hieß es in der Mitteilung. Das Unternehmen kündigte an, den Betrieb künftig im Einklang mit den Gesetzen zu stärken und das Compliance-Niveau weiter zu verbessern.
Verschärfte Regulierung in China
Der Fall reiht sich ein in eine Serie von Maßnahmen, mit denen chinesische Behörden gegen Tech-Konzerne und E-Commerce-Plattformen vorgehen. Die Regierung in Peking hat in den vergangenen Jahren die Regulierung der digitalen Wirtschaft deutlich verschärft, um Verbraucher besser zu schützen und monopolistische Praktiken zu unterbinden.
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseFür Kuaishou, das mit seiner Kurzvideo-App vor allem jüngere Nutzer in ländlichen Regionen Chinas anspricht, kommt die Strafe zu einem sensiblen Zeitpunkt. Das Unternehmen steht im intensiven Wettbewerb mit Konkurrenten wie Douyin, der chinesischen Version von TikTok. Das E-Commerce-Geschäft über Live-Streaming gilt als wichtige Wachstumssäule für die Plattform.
Kuaigou versicherte, künftig "mit den auf der Plattform tätigen Unternehmen zusammenarbeiten" zu wollen, "um den Verbrauchern bessere Dienstleistungen anzubieten". Die Geldstrafe von 3,8 Millionen Dollar entspricht umgerechnet etwa 26,4 Millionen chinesischen Yuan.


