Krypto-Insider Silbert: Die Ära der Privacy Coins hat begonnen
Barry Silbert, Gründer der Digital Currency Group, sieht einen Paradigmenwechsel bei Kryptowährungen – mit enormen Kapitalflüssen in Privacy Coins.

Barry Silbert, Gründer der Digital Currency Group (DCG) und damit Muttergesellschaft des Krypto-Vermögensverwalters Grayscale, hat eine weitreichende Prognose abgegeben. Am 24. Mai erklärte er auf X (ehemals Twitter), dass die „Ära der Privatsphäre" bei Kryptowährungen begonnen habe. Silbert gehört zu den einflussreichsten Akteuren der gesamten Branche – seine Einschätzungen haben Gewicht.
Silbert ist dabei kein neutraler Beobachter. Grayscale hat kürzlich bei der US-Börsenaufsichtsbehörde SEC die Umwandlung seines Zcash-Trusts in den ersten US-amerikanischen Spot-ETF für einen sogenannten Privacy Coin beantragt. Ein solcher ETF würde institutionellen und privaten Anlegern einen regulierten Zugang zu Zcash (ZEC) ermöglichen – ähnlich wie es bereits bei Bitcoin-ETFs der Fall ist.
Silberts Kernthese: Bitcoin kann keine Privatsphäre bieten
Bereits im Februar, auf der Bitcoin Investor Week, hatte Silbert eine konkrete Prognose formuliert: Er erwartet, dass zwischen 5 % und 10 % des in Bitcoin gebundenen Kapitals in auf Privatsphäre ausgerichtete Kryptowährungen wie Zcash und Monero (XMR) umgeschichtet werden. Sein zentrales Argument: Bitcoin werde niemals in der Lage sein, echte Privatsphäre zu bieten.
Diese These ist in der Krypto-Community nicht unumstritten, aber sie hat eine nachvollziehbare Grundlage. Bitcoin-Transaktionen sind auf der öffentlichen Blockchain für jeden einsehbar. Privacy Coins wie Zcash und Monero setzen hingegen auf spezielle kryptografische Verfahren, die Transaktionen verschleiern und die Identität der Beteiligten schützen.
Welche Summen stehen auf dem Spiel?
Die Zahlen hinter Silberts Prognose sind beeindruckend. Die Marktkapitalisierung von Bitcoin lag zum 27. Mai bei rund 1,5 Billionen US-Dollar. Eine Kapitalumschichtung von 5 % bis 10 % würde demnach zwischen 76 Milliarden und 150 Milliarden US-Dollar bedeuten, die ein neues Ziel suchen.
Zum Vergleich: Zcash weist derzeit eine Marktkapitalisierung von rund 9,5 Milliarden US-Dollar auf, Monero kommt auf etwa 7 Milliarden US-Dollar. Selbst ein Bruchteil der von Silbert prognostizierten Kapitalflüsse würde das gesamte bestehende Marktsegment der Privacy Coins in den Schatten stellen. Die Folge wären potenziell massive Kursgewinne für die Marktführer in diesem Segment.
Regulatorische Unsicherheit bei Zcash weitgehend beseitigt
Ein weiterer wichtiger Faktor spricht für Zcash: Die SEC schloss im Januar eine zweijährige Untersuchung der Zcash Foundation ab, ohne rechtliche Schritte einzuleiten. Damit wurde eine erhebliche regulatorische Unsicherheit beseitigt, die Investoren bislang zurückgehalten hatte. Für deutsche Anleger, die den US-Regulierungsrahmen als wichtigen Indikator für die globale Krypto-Regulierung beobachten, ist dies ein bedeutsames Signal.
Darüber hinaus investieren laut dem Quellbericht finanzstarke Akteure öffentlich in Zcash – ein weiteres Zeichen dafür, dass das institutionelle Interesse an Privacy Coins wächst.
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Zur AktienanalyseWas bedeutet das für Anleger?
Silberts Einschätzung ist plausibel, aber Anleger sollten die Risiken nicht außer Acht lassen. Privacy Coins stehen weltweit unter besonderem regulatorischen Druck, da Behörden Bedenken hinsichtlich möglicher Nutzung für Geldwäsche oder illegale Aktivitäten haben. Einige Kryptobörsen haben Privacy Coins bereits delistet.
Gleichzeitig zeigt der SEC-Beschluss zu Zcash, dass zumindest in den USA eine gewisse regulatorische Akzeptanz entstehen könnte. Der beantragte Grayscale-ETF wäre ein Meilenstein – er würde Privacy Coins erstmals in den regulierten US-Kapitalmarkt integrieren. Ob die SEC dem Antrag stattgibt, bleibt abzuwarten. Für risikobewusste Anleger, die an die These Silberts glauben, könnten Zcash und Monero dennoch interessante Beobachtungskandidaten sein.


