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Krypto-ETF-Boom birgt ernste Risiken für Anleger

Mehr Auswahl bedeutet nicht automatisch mehr Sicherheit: Viele neue Krypto-ETFs kämpfen ums Überleben.

Krypto-ETF-Boom birgt ernste Risiken für Anleger

Der Boom bei börsengehandelten Kryptowährungsfonds hat Anlegern seit Anfang 2024 deutlich mehr Möglichkeiten eröffnet, in digitale Vermögenswerte zu investieren. Doch die rasante Ausweitung des Marktes hat eine Kehrseite, die Investoren nicht unterschätzen sollten. Höhere Gebühren und das Risiko von Fondsschließungen machen viele der neuen Produkte zu einer riskanten Wahl.

Seit die US-Regulierungsbehörden im Januar 2024 sogenannte Spot-Krypto-ETFs genehmigt haben – also Fonds, die direkt in eine einzelne Kryptowährung investieren –, haben Vermögensverwalter insgesamt 130 solcher Fonds aufgelegt und dabei Milliarden von US-Dollar an Kapital eingesammelt. Der Erfolg dieser Produkte hat die Branche angespornt: Laut Daten von Morningstar Direct befinden sich derzeit 155 weitere ETFs für digitale Vermögenswerte in der Pipeline.

Kapital fließt vor allem zu den großen Anbietern

Die Nachfrage der Anleger konzentriert sich jedoch stark auf eine Handvoll etablierter Produkte. Kostengünstige Bitcoin- und Ethereum-ETFs großer Emittenten wie BlackRock und Fidelity Investments dominieren den Markt und ziehen den Großteil des Kapitals auf sich. Viele neuere und kleinere Fonds hingegen kämpfen darum, überhaupt nennenswertes Kapital anzuziehen oder eine rentable Größe zu erreichen.

Dieses Ungleichgewicht hat weitreichende Konsequenzen. Analysten warnen, dass bis zu ein Drittel der derzeit existierenden Krypto-ETFs innerhalb von zwei Jahren geschlossen werden könnte. Für betroffene Anleger wäre das eine höchst unwillkommene Unterbrechung ihrer Investitionsstrategie.

Fondsschließungen können steuerliche Folgen haben

Besonders problematisch sind die Konsequenzen einer Fondsschließung für Privatanleger. Wird ein ETF liquidiert, sind Investoren gezwungen, ihre Positionen aufzugeben – unabhängig davon, ob der Zeitpunkt für sie günstig ist oder nicht. Das kann erhebliche steuerliche Folgen haben, da durch die Auszahlung potenziell Kapitalertragsteuern ausgelöst werden.

Elisabeth Kashner, Leiterin der globalen Fondsanalyse beim Datenanbieter FactSet, erklärt den Ablauf einer Fondsschließung: „Wenn ein Fonds geschlossen wird, wird er liquidiert. Der Portfoliomanager verkauft die Positionen, wandelt alles in Barmittel um, und diese werden an die Kunden ausgezahlt, ähnlich wie eine Dividendenzahlung." Hinzu kommt, dass Anleger oft in turbulenten Marktphasen nach Ersatzinvestitionen suchen müssen – ein denkbar ungünstiger Zeitpunkt.

Für deutsche Privatanleger, die über US-amerikanische Krypto-ETFs nachdenken oder bereits investiert sind, unterstreicht diese Entwicklung die Bedeutung einer sorgfältigen Produktauswahl. Entscheidend sind dabei nicht nur die laufenden Kosten eines Fonds, sondern auch das verwaltete Vermögen als Indikator für die langfristige Überlebensfähigkeit des Produkts. Kleine, wenig bekannte Fonds mögen kurzfristig attraktiv erscheinen, bergen aber ein deutlich höheres Schließungsrisiko als etablierte Produkte großer Anbieter.

Der Krypto-ETF-Markt befindet sich trotz des rasanten Wachstums noch in einer frühen Konsolidierungsphase. Anleger sollten die Entwicklung der Produktlandschaft genau beobachten und bei der Auswahl ihrer Investments auf Stabilität und Größe des Fonds achten.

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